Samstag, 5. September 2009

Aua


So, sie sind da. Sieben neue Schmetterlinge, und das auf einem Streich. Es lief etwas anders als geplant aber ich bin ganz und gar und mit Haut und Haar zufrieden!
Und glaube einmal wieder an Vorsehung oder wie man es nennen mag. Jedenfalls daran dass es alles so und nicht anders hat laufen sollen, dass ich nicht wie geplant von Hennes (Truelove Tattoo) sondern von Carmen Wagner (DC Tattoo) Schmetterlinge bekommen sollte.

Aber warum nicht Hennes? Der rief 15 Minuten vor dem Termin an und berichtete von einem Problem mit deren Stromkreislauf. Der Elektriker käme später und ich könnte vielleicht Glück haben und vielleicht nächste Woche irgendwann dran kommen. Zu viele vielleichts und das wollte ich dann ja auch nicht mal eben so in eine laaange Mittagspause einschieben. Schliesslich wird mein rechtes Handgelenk vom Arbeiten am Wacom Tablett und vom Tippen von Facebook-Statusmeldungen arg in Anspruch genommen und dann mit Aua? Nein.

Ich hab diesen sooooo lange herbei gesehnten Freitag zum Tag der Schmetterlinge auserkoren und eigentlich sollten sie extra eine Stunde vor Jessicas Abflug nach Indien fertig werden denn ihr und ihrem Mut dem Bauch und den Schmetterlingen darin zu folgen habe ich diese Flügeltierchen gewidmet.

Nun ja, ich bin ein Meister im Planen und umorganisieren also hatte ich Ruck Zuck eine Alternative und nachdem wir Jessica mit sehr viel Spaß am Düsseldorfer Flughafen verabschiedet haben, ging es Flugs auf die Corneliusstrasse wo ich bei DC Tattoo kurzfristig einen Termin bekommen hab.
Und nach anfänglicher Skepsis aufgrund des etwas kärglich dekorierten und dezent verrauchten Vorraums wurde dann alles gut. Carmen war eine grandios amüsante und verdammt intelligente Gesprächspartnerin, sie machte alles mit viel Zeit und viel Liebe und auch wenn ich glaube ich noch nie solche unheimlichen Schmerzen wie beim Stechen der Outlines an diese Stelle gehabt hab, es hat sich mehr als gelohnt!!!

Nach 2 Stunden (gestreckt durch Gequatsche was ich ja soooo liebe, wirklich!) waren wir wieder draussen, mein Arm tat weh aber ich war sehr sehr glücklich.
Und bin es jetzt, nachdem ich den ganzen Schleim abgeduscht hab der sich über Nacht unter der Folie gebildet hat und eine ganz feine Schicht ALDI Wund-und Heilsalbe draufmassiert habe.

Sie sind wunderhübsch. Und zwei meiner nun 14 Schmetterlinge sind sogar ein wenig bunt. Und sehr hübsch damit!
Sie alle werden auf mich aufpassen. Mich zum Lächeln bringen. Und an Jessicas Mut denken lassen.

Dienstag, 3. Februar 2009

Und dann kam Polly!


Ich habe ja in meinem Leben schon viele Tiere gehabt und fast alle ganz ungemein geliebt, aber ich glaube, dass noch nie ein Wesen mein Herz so berührt hat wie die kleine Polly.
Nach dem Tod vom weissen Hamster Paul, der ja zeit seines langen Lebens immer ein widerborstiger Griesgram blieb, wurden meine Wünsche nach einem neuen kleinen Kuscheltier zum drum kümmern und hegen und pflegen immer lauter und quollen dem chouchou bereits zu den Ohren raus. Auch ermüdete es ihn, immer wieder zu wiederholen dass es definitiv kein Kaninchen, kein Meerschwein, kein Frettchen, kein Minischwein und bestimmt keinen Dackel oder eine Ratte in unserer Wohnung geben würde.
Höchstens irgendwann mal eine zweite Katze. Das Höchstens und das irgendwann hab ich mit viel Beharrlichkeit in greifbare Nähe gerückt und online Tierheime durchforstet und dem chouchou so lange Screenshots in sein Postfach geballert bis er aufgegeben und wir, nur mal so zum Gucken, zum Tierheim nach Duisburg gefahren sind.

Und da war Polly.
Polly hiess Clea, lag etwas zurückhaltend auf einer rosa Mülltonne und lies sich wie viele anderer Katzen von mir streicheln. Aber im Gegensatz zu allen anderen Katzen hatte ich keinerlei Bedenken, dieses kleine, komplett schwarze Kätzchen wie ein Baby hochzuheben, zu knuddeln und meine Nase in sein Fell zu stecken.
(Da ich erkältet war hab ich nicht gerochen, dass Polly wie alle der Katzen in dem Katzenhaus nach Tierheim-Pippi müffelte, das hat der chouchou mir später berichtet.)

Polly war einfach nur süß. Und richtig. Die Einzige. Ich war SOFORT verliebt, so richtig. Ich hätte sie niemals da lassen können, unter diesen großen und teilweise echt gruseligen Katzen.
Das hat wohl auch der chouchou gesehen und ist seufzend mit seiner EC Karte ins unbekannte Duisburg gefahren um irgendwo einen Geldautomaten (Katze kostet 110 Euro Vermittlungsgebühr, da ist allerdings ein Gutschein für eine spätere Kastration und das Implantieren eines Chips mit drin. Finde ich VOLLKOMMEN in Ordnung!!) aufzutreiben.

Denn ich hab das wohl nicht so ganz geglaubt, dass ich tatsächlich und wahrhaftig ein Kätzchen bekommen könnte. so schnell. So einfach.

Also wurde Polly in einer Tierheimbox gepackt und ich hab mithilfe des Personalausweises vom chouchou alles erledigt und mir ganz ruhig alles erklären lassen. Das mit der Sterilisation (Mein Gott, ich hoffe, Polly muss das nie erdulden...) und dem ganzen anderen Gedöns. Viel war das ja nicht, denn man wußte eigentlich gar nichts von Polly. Dass sie schon zum zweiten mal im Tierheim gelandet ist aber.
Und das verwundert mich über alle Maße! Echt. Sie ist so unglaublich süß und schmusig.
Und, wie wir zuhause festgestellt haben: einfach.

Kaum war die Box in der Küche geöffnet, spazierte sie neugierig heraus, stapfte einmal durch das Katzenklo, inspizierte den Wassernapf und erkundete dann den Rest der Küche und später der Wohnung. Ohne sich zu verstecken oder das geringste Zeichen an Angst zu zeigen.
Weder vor uns, noch vor Mali.

Und die war die ersten Tage gar nicht begeistert. Was sie durch ein leises Fauchen ausdrückte, jedes mal wenn Polly ihr zu nahe kam.
Aber die blieb dann ganz ruhig sitzen, guckte Mali an und wartete bis die sich beruhigt hat.
Polly ist ein Meister im Beobachten und den Ball flach hatten. Eine verdammt coole Katze.

Trotzdem musste ich die ersten Tage an Garfield und Nermal denken und Mali tat uns doch etwas leid.

Vor allem wenn sie zu Jürgen Abends ins Bett wollte und da schon Polly lag..
Oder wenn Polly ohne Mühe auf Schränke sprang was Mali nicht mal in ihren Träumen schaffen würde... ganz zu Schweigen vom Brot und Katzenfutterschrank in den die kleine Polly lautlos hinein hüpft.

Jetzt aber ich alles gut. die beiden rasen wie vom wilden Horst gebissen durch die Wohnung und ab und zu werden auch die Nasen aneinander gerieben. Und ich bin mir sicher, dass es schon bald zu einem geteilten Katzenbaum kommt.
Mali kriegt meist auch noch was von Pollys Futter ab da Polly EXTREM langsam frisst. Sie ist wie ein kleines Kind das ständig durch die Gegend gucken muss... und Mali inhaliert ja quasi alle Nahrung...

Polly hat natürlich als Tierheim-Katze erst einmal eine zweistündige Komplett-Untersuchung bei einer fabelhaften Tierärztin über sich ergehen lassen müssen und dann prophylaktisch mit Mali zusammen auch eine Floh- und Wurmkur absolvieren.
(Zwei Stunden beim Tierarzt, inklusive Nachuntersuchung, Augentropfen, Wurm- und Flohkuren für zwei Katzen, Zahnstein wegmachen und und und für 85 Euro finde ich auch super.)
Aber das ist in Ordnung, für beide und vor allem für mich, die so froh ist, dass dieser kleine Schatz gesund ist und es echt keinen Haken an dieser famosen Katze gibt.

Gut, es ist etwas anstrengend, nun ständig auf der Hut sein zu müssen, denn Polly ist wie ein Schatten, in der Dunkelheit KOMPLETT unsichtbar, leise und leicht und verdammt clever.
Man kocht und nimmt kurz was aus dem Kühlschrank, dreht sich zurück und da beugt sie sich schon über die Pfanne...

Nachts wache ich aber manchmal auf und muss voller Glück feststellen, dass es kaum was schöneres gibt als unter warmen Biberbettdecken zu liegen mit zwei ganz reizenden Kätzchen die sich neben mich und den chouchou kuscheln.


:O)

Dienstag, 2. Dezember 2008

Was so war und ist und kommt

Meine Güte habe ich lange nicht mehr geschrieben und nicht mehr aus mir rausgeprustet was so vorgeht, im wunderbaren Alltag in der wunderbaren Welt der wundersamen Anne. Dabei ist es doch so viel was unerwartet oder geplant geschieht, was einen zum Lächeln bringt oder zum Nachdenken.

Treffen mit netten Leuten, wundervolle Geburtstagspartys wie die vom chouchou im November (bei der Mrs Mali wieder zutraulich von Katzenkrauler zu Katzenkrauler gesprungen ist) und tollen Ausflügen.

Ende November haben wir Kirstens Geburtstag nachgefeiert und auch ihren Abschied denn meine mutige Kirsten geht für drei Monate nach Jamaika um dort kleinen Kindern das Leben ein bisschen einfacher und schöner zu gestalten. Und das wo sie gerade so einen fabelhaften Monsieur kennen bzw. lieben gelernt hat.

Und dann war da letzte Woche die Weihnachtsfeier im Apollo, meinem Lieblingsvarieté in meiner Lieblingsstadt. Mit einen verdammt amüsanten Confroncier und wahnsinnig atemberaubenden Schlangenmenschen aus China.

Und dann:
TÄTÄTÄÄÄÄÄÄÄ:
Samstag die TV Total Stock Car Challenge 2008 in der LTU Arena, keine zwei Bushaltestellen von uns entfernt!!
Ein grandioses und krawalliges Spektakel zu dem mein chouchou mich eingeladen hat. Um 18 Uhr ist es los gegangen und hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert, zahlreiche Autos wurden demoliert und das Ansehen der Ludolfs etwas demontiert, galten sie doch als Favoriten und haben aber offensichtlich das Prinzip eines Karambolage Rennens nichts verstanden. Denn so standen sie meist ängstlich mit ihren Wagen auf der Strecke rum und wurden von den süßen kleinen Gabelstaplern zur Seite bugsiert.

Wir hatten so sehr unseren Spaß und ich Sparfuchs hab den jungen Mann am Cocktailstand beschwatzt, mir zwei mal meinen großen Plastikbecher mit Sekt bis zum Rand aufzufüllen und zwar ohne Eis, welches sonst bei den 6,50 Euro Cocktails bis fast oben drin war. Das hat auch gereicht und war lecker nur ich war schon ein klein wenig wackelig. Wie immer. Aber gut drauf.

Ach ja, und was ich ganz besonders toll finde im Moment:
Wir sind in unserer Wohnung umgezogen! Das Schlafzimmer ist jetzt oben unter dem Dach, was WUNDERVOLL ist, denn es ist ruhig und kuschelig, alles sieht aufgeräumt und luftig aus, bei Regen ist es wie in einem Zelt, ganz ganz cozy und der Fernseher passt perfekt unter die Dachschräge.

Und unten ist nun ein ganz famoses Büro in dem mein erster großer eigener Schreibtisch steht, immer adrett aufgeräumt, mit MacBook drauf und meinen WWF Tieren (im Moment schmerzt mein Herz wieder so weil mir so eklatant präsent ist, wie sehr wir Gottes Gebot missachten und den Planeten zertrümmern anstatt ihn zu beschützen...), SpongeBob Figuren und einem Avacoda-Kern der aber noch nicht spriesst.
:o)

Oktober habe ich Stefan in Paris besucht (Fotos auf FLICKR) und ich freu mir schon einen Ast ab wenn ich daran denke dass er bald mit Karena für die Feiertage runter kommt und wir alle zusammen Heiligabend feiern und Spass haben. Und dann, das ist der Knaller, zusammen Sylvester in Paris erleben werden, sehr improvisiert in der hoffentlich leeren Küche des Wohnheims des Ecole National Superieur in dem er und Karena ein kleines charmantes Zimmerchen bewohnen.
GRANDIOS.

Aber vorher feiere ich ja noch meinen Geburtstag und da der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt wird mit hoffentlich gaaaanz vielen Leuten reingefeiert und sogar mit Stargast: mein Papa kommt mit Frikadellen im Gepäck und ich freu mich so dass er endlich mal einen ganzen Haufen der Menschen sieht die ich so lieb habe und die für mich wichtig sind.

Ja, aber Freitag wird erst einmal Linnas erster Geburtstag gefeiert und ich freue mich schon, bei Chouchous Patenkind de ersten Zähnchen zu bestaunen. Sonntag kommen Papa und Mama und ich hoffe ihnen endlich unter Lieblings-Café, das Lülü, zeigen zu können. Und anschliessend geht es ENDLICH in James Bond.
:o)

Zup, das wärs fürs erste, ich bin total ausgeübt aus diesem bloggen wie ich gestehen muss.

Dienstag, 3. Juni 2008

Bekommst du Zitronen, mach Limonade daraus!!


Da sieht man mal wieder, dass Ausflüge, bei denen alles was schön geplant war schief läuft wunderbare Heiterkeit auslösen können.
Dass man sich vermurksten Planungen mit einem Lachen ergeben muss um sich nicht tiefer in das Elend hineinzumanövrieren.
Dass es tausend mal mehr Lebensfreude und Energie gibt, an Stelle eines Flunsches eine wohlwollende Grimasse zu ziehen.
Dass man tatsächlich aus beschissenen Ausgangslagen goldige Momente zaubern kann und dass das Sprichwort, aus Zitronen Limonade zu machen ein unschlagbares ist.

Und so konnte auch meine Verzweiflung über meinen so schön geplanten und harmonisch-ruhig ausgemalten aber dann ganz anders kommenden Ausflug mit meiner auf die 95 zumarschierenden (rollatorgestützt) Oma dem heiteren Gemüt meines Bruders und meines chouchous nicht stand halten.

Denn selbst wenn die Oma ausgerechnet heute einen denkbar schlechten Tag hat, alles zu laut und zu hektisch ist, man nach einer Odyssee in der Ausflugsdestination ankommt um mit Entsetzen festzustellen, dass ausgerechnet heute der idyllische Ort von einem lauten, bratwurstigen Stadtfest mit unattraktiven Schlagerinterpreten zur ballermannesken Ruhestörung degradiert wurde und dann zum Überfluss das von den Eltern gelobte Eiscafé mit Pralinen-Becher das falsche ist und man in einer düstere Kaschemme mit kettenrauchenden, eklig-bieder-unfreundlichen Knollen-Nasen sitzt, dann MUSS man lachen.

Entweder über das eigene Pech oder über die Ehre, so etwas live und nicht durch die Mattscheibe auf RTL2 beiwohnen zu dürfen.

Und auch Oma hatte Spaß als wir endlich den Ausflug offiziell als beendet erklärten und ihr auf dem Heimweg im Sattmacher-Grill (trefflicher Name für ein nahrhaftes, fettiges Etablissement) eine famose Schale Pommes kauften, die sie (auf meinen ausdrücklichen Wunsch, Mama ich weiß dass du das niemals erlaubt hättest..) auf der Heimfahrt im Auto essen durfte.

Mittwoch, 19. März 2008

Es reicht (schon lange)



Auch wenn es mir wirklich, wirklich leid tut für jeden Sportler, dem ich seine Mühe, seine Arbeit und seine Hoffnungen anerkenne und seine Wut über diese nun so kontrovers betrachteten, von Blut und Gewalt beschmutzten Spiele nachvollziehen kann, so denke ich, dass man nie hätte China als Austragungsort hätte wählen dürfen. So wie ich auch sonst oft denke dass man all das Geld, all die wirtschaftlichen Verbindungen und somit die Verantwortung für die menschenverachtenden Handlungen dieses Landes nie hätte annehmen dürfen. Jeder von uns profitiert so von dem Leiden unzähliger Ungenannter.
Ich bestimmt auch. Aber dessen bin ich mir bewußt und ich mag nicht noch zusätzlich bei diesen Spielen von dem Terror gegen Tibet, Falun Gong, Journalisten, Studenten und so unermesslich Viele die Augen verschliessen und mich freuen.

Wie mahnte schon zu den unter Hitler in München ausgetragenen Olympischen Spielen 1936 der Schriftsteller Heinrich Mann:
"Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren?"


ABER.
Im Grunde kann ich auch hier nur wieder eines meiner liebsten Lebensphilosophien in den Raum werfen, auch wenn diese in diesem Zusammenhang etwas unangemessenund flapsig klingen mag:
"Bekommst du Zitronen, mach Limonade daraus."

Wann hat sich die breite, sonst politisch nicht sonderlich erregte oder engagierte Öffentlichkeit derart mit den Verwerfungen Chinas befasst? Wann konnte man derart solidarisch gegen jemanden sein seit die Amerikaner in den Irak einmaschiert sind? Vermutlich freut es die USA nun vom durch die öffentlichen Wahrnehmung errichteten Podest des Arschloch-Staates Nummer eins abgehängt worden zu sein?

Auch wenn ich nach wie vor denke, dass die Wirtschaft Blut an den Händen hat so weiß auch ich, dass ich ebenfalls damit vollgespritzt bin, ich und jeder der gern günstige Produkte kauft deren Einzelteile bestimmt nicht "Made in Europe" sind.
Und ich sehe dass zum ersten Mal die halbe Welt über China zu SPRECHEN schein und nicht nur verschämt angesichts Unterdrückungen und politischem Terror verschämt in eine andere Richtung schaut.
Und nun wird das Land Journalisten in das Land lassen MÜSSEN und so wie ich die schlagzeilengierige Presse kenne, werden sie nur zu gerne bestätigt wissen, was wir ohnehin glauben: das China wächst weil die oberste Führung seine Seele und sein Herz verkauft hat und den Einzelnen nicht im Geringsten achtet.
Und es kann gar nicht genug in babyblaue Trainingsanzüge gehüllte Olympia-Kombattanten geben um alle Kritik zu unterdrücken, sei es ausserhalb im Glanz der Olympia-Fackel oder im Land selbst.

Vielleicht ist es deshalb sehr gut dass die Olympiade nun in China stattfindet.
Vielleicht war es allerhöchste Zeit, den Sport, der ja nach den Statuten des olympischen Komitees unpolitisch aber friedensstiftend (?) zu sein hat, für eine Veränderung der Welt zum besseren zu nutzen.

Vielleicht dann beim nächsten mal Nordkorea, Somalia, der Iran und Russland um dann natürlich ganz schnell wieder in Amerika zu landen, am besten direkt auf den Sportplätzen des Weissen Hauses.

Aber vielleicht sollten wir vorher an uns selber arbeiten, denn jegliche Unterdrückung auf der Welt und all die nun eskalierende Kämpfe um erschwingliche Nahrung, um Wasser und Lebensraum finden ihre Ursachen nicht in der Fremde, unabhängig von uns.
Wir sind nicht nur Zuschauer eines tragischen Spektakels.

Wir sind Akteure und Täter, durch die Art wie wir leben und es wird Zeit, einzelnen Stimmen Gewicht zu geben und den klugen, betroffenen Reden endlich einmal Taten folgen zu lassen.
Zuerst muss hingesehen werden und dann erkannt.
Und dann muss geholfen werden. Nicht nur in China. Und nicht von irgendwem.
Von uns.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Hallo Linna!


Oh, endlich, ENDLICH ist sie da!!! Die kleine und ungemein reizende Linna! Und sie ist so süß und winzig und macht chouchou zum Patenonkel und ich bin ein wenig neidisch. Nein, ich bin stolz und froh dass sie endlich da ist und gespannt was für ein Mensch sie wird und ob sie sich später von mir Geschichten erzählen lassen wird und von chouchou auf den Schultern tragen lässt. Bestimmt tut sie das.
Wir haben ihr am Samstag ihren hoffentlich ersten besten Freund mitgebracht, einen kleinen, äusserst weichen und überzeugend niedlichen Eisbären, ein bisschen knutig, von Steiff aber eben ganz weich und anschmiegsam.
Oh, Linna, schön das du da bist und uns allen einen tollen Nikolaus beschert hast!!

ein Nachmittag im Apollo-Varieté

Da waren wir also wieder im Apollo, zum dritten Mal jetzt und wie erwartet war es auch diesmal ein wunderschöner Ausflug in die Welt der handgemachten Unterhaltungskunst.

Anlass was eigentlich die Hochzeit von chouchous Mama, die zu dieser im letzten Jahr einen Gutschein bekommen hat. Und da ich auch noch einen Restgutschein von meinem letzten Weihnachtsgeschenk übrig hatte, haben wir beschlossen, zusammen zu gehen und so sind die beiden schon um halb eins Mittags bei uns aufgetaucht, fröhlich und mit selbst gemachten Nussecken im Gepäck.
Denn Sonntag Mittag kosten alle Plätze 29 Euro und chouchou hat besonders feine oben in der ersten Reihe reserviert.

Nach einem feinen Tee-Kaffee-Nussecken Beginn sind wir dann auf den Parkplatz vor dem Viktoria Gebäude gefahren um den beiden einen schönen Spaziergang durch unsere allerliebste Lieblingsstadt zu bieten. Also durch den Ehrenhof hindurch, am NRW Forum vorbei und dann am Rhein entlang an Tonhalle und Kiosk. Die Rheinpromenade entlang und direkt auf da wunderschöne Apollo unter der Rhein Knie Brücke zu.

Und dann ging es auch schon los und ich war wie immer ungemein begeistert und das, wo ich ansonsten nicht so wahnsinnig viel für Akrobatik und derartiges übrig habe und eigentlich lieber ein gutes Comedy Programm schätze. Aber die Mischung im Apollo scheint mir immer wieder phänomenal und ausgezeichnet: ich habe gelacht und gestaunt gleichermaßen, und die zwei Stunden Programm gingen um wie eine halbe Stunde und normalerweise ist meine Aufmerksamkeitsspanne ehr eine kurze....

Ganz toll war der Jongleur aus Berlin, der mit dem Moderator Jojo Weiss auch viele sehr unterhaltsame gemeinsame Auftritte hatte. Aber Apollo Varieté kann man nicht beschreiben. Es würde dem dargebotenen nicht gerecht. Man wird einfach schon beim Eintritt in das Gebäude in eine entschleunigte Welt der Unterhaltungskunst hinein gezogen, die aus viel Samt und tollen Lichtspielen, Augenzwinkern und wirklich erstklassigen Künstlern besteht. Diese waren fast alle international mit Preisen ausgezeichnet, sei es der Zauberer Pirou aus Paris, oder die Seiltänzerin Romina, die später mit ihrem Partner noch mich echt entsetzende Kunststücke auf Rollschuhen hingelegt hat.

Aber ALLE waren in ihren unterschiedlichen Metiers UNGLAUBLICH begeisternd und ich kann jedem das Apollo nur empfehlen. Und ganz besonders die Mittagsvorstellung, denn nicht nur die Preise sind dann sehr gut, auch die Atmosphäre hält länger an, wenn man um fünf Uhr das Varieté verlässt. Wir waren dann natürlich noch kurz auf dem Weihnachtsmarkt, aber nachdem chouchou sein geliebtes Schweinebrötchen mit Kruste hatte und wir uns mit Glühwein gewärmt hatten, ging es auch wieder nach Hause, wo wir dann später müde aber glücklich und mit viiiielen neuen Eindrücken vor dem Fernseher einschliefen.

Mittwoch, 21. November 2007

1xHelge+1x321Ignition=2xTonhalle in EINER Woche

Na sowas! Nach so vielen Jahren in Düsseldorf waren Chouchou und ich nun erstmals zusammen in der Tonhalle und das nun gleich zwei grandiose Male innerhalb einer Woche!!!

Letzten Donnerstag hatten wir das Glück, bzw. ich das Geld und Chouchou Geburtstag, Tickets für Helge Schneiders I Break Together Tour zu haben und somit erwartungsvoll in dem grandiosen Gewölbe Platz zu nehmen, das Herr Schneider als "wunderschöne Fledermaushöhle" beschrieb.
Und das ist sie auch die Tonhalle: eine geheimnisvolle Verbindung aus fledermausfreier Fledermaushöhle und freundlichem Planetarium. Jeder der die Chance dazu bekommt, hier irgendein Konzert besuchen zu können, sollte sie wahr nehmen!!

Also, Donnertag Helge Schneider. FULMINANT! Ohne Einschränkung! Helge Schneider IST ein Genie, davon bin ich ganz felsenfest überzeugt! Denn auf der einen Seite beherrscht er wahrhaftig meisterhaft sein Klavier und seine Instrumente, macht wunderschöne Musik und auf der anderen Seite hat er ein so kindliches Gemüt, das mit seiner überblubbernden Phantasie immer wieder überrascht und mit abstruser aber eloquenter Wortakrobatik glänzt. Und so klingen altbekannte Stücke wie der Telefonmann plötzlich neu und Geschichten scheinen wie aus dem Stehgreif ihn selbst zu überraschen und zu amüsieren.
So KANN es ja nicht langweilig werden. Und weil der Helge auch noch ganz grandios tanzen kann, bin ich bei den Trompeten von Mexiko fast vom Stuhl gefallen vor Lachen und Begeisterung.

Ein ganz ganz grandioser Abend also und ich werde von nun an versuchen, noch ganz viel Helge in mein Leben zu packen, denn das garantiert gute Laune und Lachen und was ist gesünder für den Alltag?


JA.
Und gestern, am Dienstag waren Chouchou und ich dann wieder in der Tonhalle, diesmal sogar mit Jasmin und Daniel und diesmal sogar ganz vorne, in der vierten Reihe!!!
Ja, denn von nun an bieten die DüSys, die Düsseldorfer Symphoniker, etwas ganz ganz tolles in der Tonhalle an:
321Ignition!
Da bekommt man für den unschlagbaren Preis von 5 Euro die besten Plätze ganz nah dran an der wundervollen Musik des Synphonie Orchesters, von 19 Uhr bis ich glaub halb zehn ging es und jedes Mal ein anderes Thema.
Gestern war es "Verbotene Liebe" und begann gleich ganz spektakulär Gänsehaut-bastelnd:
Die Titelmelodie aus StarWars, so imposant mit all den Geigen, Trompeten und Pauken und weiß der Geier wie all die glänzend-verzaubert aussehenden Instrumente heissen.
Und dann gab es weitere Lieder zum Thema:
erst noch Luke und Leia, der Song der zwei sich liebenden Skywalker Geschwister, dann Romeo und Julia von Tschaikowsky, anschliessend Wagners Tannhäuser auf dem Venusberg und zu guter Letzt als besonderes Bonbon drei Stücke aus der WestsideStory, begleitet eindrucksvoll von zwei Mitgliedern der Oper am Rhein, der Sopranistin und dem Bariton die wirklich unglaubliche Stimmen hatten.
Nach zwei Zugaben taumelte dann das durchschnittlich sehr junge Publikum (ganze Schulklassen hatten wohl Sammelkarten bekommen..) berauscht von derart guter klassischer Musik davon und ich bin mir SICHER, dass mehr als die Hälfte nun ihr Herz und ihr Ohr der noch etwas fremden Welt der Klassik geöffnet haben.
Eine wundervolle Idee also, jungem Publikum so ernsthafte Musik mit modernen Themen und mitreisenden klassischen Stücken näher zu bringen.

Wir alle freuen uns schon auf den nächsten 321Ignition Abend, auch wenn wir bis April warten müssen.
Aber die Karten bestellen wir bald schon, denn diesmal dürften sie ratzfatz ausverkauft sein...

Und das nächste mal, Chouchou. pass ich höllisch auf, dass mein Patschehändchen nicht von deinem Sitz eingeklemmt wird wenn du aufstehst um Leute durchzulassen....
:o)

Dienstag, 13. November 2007

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Cuba Libre


Ja, ich glaube, es wird Zeit, ein klein wenig zu schreiben. Dabei ist das, was geschrieben werden müsste kaum zu beschreiben.
Kuba.
Chouchou und ich waren auf/in Kuba und zumindest ich habe mich in dieses Land verliebt dass so unglaublich anders ist, je mehr man sich damit beschäftigt, in seine Geschichte eintaucht, seine Gegenwart, in die Mentalitäten der Kubaner.

Ein Land das wie eine Zeitkapsel wirkt, gestrandet in unserer Zeit, unserer globalisierten Welt. Ein Land das versucht seine Bewohner davon zu überzeugen dass das Leben das sie führen so das Richtige ist, dass man sich um sie sorgen wird, unter der Prämisse, dass sie wie wohlerzogene Kinder den väterlichen Regenten gehorchen und glauben.

Aber das soll kein politischer Diskurs werden. Ich finde vieles ganz ganz toll in Kuba und an Kuba, den Zusammenhalt untereinander, das Kümmern: freie Wohnungen, gute Schulbildung, Nahrung und eine gute Krankenversorgung.
Aber ich könnte nicht akzeptieren was mir so kostbar ist und den Kubanern verwehrt ist: das Recht mir meine eigenen Gedanken aufgrund selbst gesuchter Informationen zu bilden, das Recht das Land zu verlassen oder gar zu sagen was man denkt, zu Lesen was man möchte, zu Schreiben.

Kuba ist irgendwie wie die in die Südsee katapultierte DDR... ein Staat der sich ideologisch im Recht glaubt, damit ziemlich allein steht und darum an allen Fronten kämpft um sich zu erhalten, nach aussen hin gegen mächtige Feinde wie die USA, nach Innen hin gegen Zweifler und Unzufriedene.
Ein Staat der es gut meint und dabei zuweilen wie ein unterdrückerisches Regime auftritt.

Viele sagen, wäre das Wetter nicht so gut auf Kuba und die Menschen generell weniger lebensfroh und familienorientiert, die Insel hätte bereits das gleiche Schicksal ereilt wie die DDR.
Vielleicht.
Ich habe die DDR nicht kennen gelernt sondern nur sehr viel darüber gelesen.
Und auch Kuba habe ich nur in einem kurzen Zeitraum als Tourist erleben dürfen, darum maße ich mir bestimmt kein aussagekräftiges Bild an.
Ich fand und finde Kuba ganz toll, spannend und zum zerreissen ambivalent: schön, sonnig, freundlich, voller Musik und Farben. Und dann träge, depressiv, wartend und ausharrend in einer Mangelwirtschaft mit der Ahnung, dass überall ausserhalb der Grenzen das Leben viel...glänzender ist.

Der Gedanke, zu wissen dass man ausserhalb all das bekommt von dem man bisher nur gehört hat, was man aber immer gerne einmal anfassen wollte, der Gedanke dass man selbst nur das täglich Selbe bekommt, eine bescheidenes Spektrum an Konsumgütern und Lebensmitteln, ist traurig.

Klar sagen viele dass das Leben hier viel härter ist, gerade weil man so viele Wahlmöglichkeiten hat, weil man hier so wahnsinnig ehrgeizig und tough sein muss, weil die Gesellschaft so hohe Ansprüche stellt und sich so brutalen Zwängen unterlegt.
Ich sage das nicht aber auch ich sehe das Schöne an einem Leben in einfacher Bescheidenheit, einem Leben mit der Natur und mit den Mitmenschen, der Familie. Wo Geld nicht zählt, wo man sich hilft und bekommt was man braucht aber eben nicht was man will, einfach weil man nicht mehr will als das was da und nötig ist.

ABER:
Die Kubaner wissen nicht wie das Leben hier ist. Weil sie es nicht kennen lernen dürfen. Weil man ihnen verwehrt sich ihre eigene Meinung zu bilden, vermutlich um sie nicht in Versuchung zu führen. Aber tut man das nicht gerade mit der aufgezwungenen Abschottung? Und so glauben die Kubaner den Versprechen der affirmativen Globalisten, der Werbung, dem Kapital.
Und sind unglücklich in ihrem bequemen Käfig, dem sie einsperrenden Elternhaus der Regierung.
Und das kann ich nicht akzeptieren, denn jeder sollte seines Glückes Schmied sein, soweit es die Umstände zu lassen und ich denke wirklich, dass wir hier sehr große Freiräume haben, auch wenn wir jammern und meckern, wir wären alle Arbeitssklaven. Blödsinn, sage ich. Aber das ist meine eigene Meinung.

Und nun bin ich doch abgedriftet, ich wollte doch eigentlich nur knapp vom Urlaub auf Kuba erzählen, für den chouchou und ich so lange gearbeitet und gespart haben.

Ein ganz toller Urlaub war das, auch wenn ich vielleicht doch lieber eine größere Rundreise über die Insel gemacht hätte, anstatt die meiste Zeit in einem 4 Sterne All Inklusive Paradies am schneeweißen Puderzuckersandstrand zu erholen.

Aber das war auch einmal eine Erfahrung: absolute Entspannung und gnadenloser Müßiggang, der Genuss von Zeit, Sonne und dem unbezahlbaren Luxus, sich so losgelöst von allem zu fühlen, zu tun was man möchte, nichts zu tun, und das in der Postkartenidylle des Paradieses.

Die ersten drei Tage waren für Havana reserviert, einer unglaublichen Stadt.
Die Gebäude erscheinen so unwirklich, sieht man doch was für imposante Paläste und Herrenhäuser sie einmal gewesen sein müssen, bevor die Amerikaner sie von der Welt und dem Geld abschnitten. Und so sind sie nun dem Verfall ausgesetzt, beschleunigt durch die salzige und feuchte Meeresluft.

Es ist traurig zu sehen wie man versucht an allen Ecken und Kanten den Verfall aufzuhalten und zurück zu drängen, mit viel Liebe und Einsatz, aber leider ohne finanzielle Hilfe.

Es ist unglaublich, fast nur Oldtimer über die Strassen kreuzen zu sehen, bunte, liebevoll aufpolierte Schiffe aus den 40er und 50er Jahren, von Aussen wie neu, von innen wohl ehr mit Rasenmäherequipment motorisiert.
Dazwischen Pferdekutschen, Fahrradrikschas und die lustigen gelben Cocotaxis, motorisiert mit zwei Sitzen für Gäste in einer gelben Kugel.

Chouchou und ich haben mit den anderen Reisegruppenmitgliedern eine Stadtführung gemacht, eine kleine Rumfabrik besucht, einen Tabakladen. Und dann mit ganz lieb gewonnenen Menschen die Geburtsstätte des berühmten Havana Club Rums besucht, eine grandiose Führung mitgemacht und in der hauseigenen Bar viele Cocktails getrunken, natürlich zu grandioser kubanischer Live Musik.

Wir haben ein kleines Café besucht in dem Schokolade selbst hergestellt wird und auch geschmolzen mit einem Keks für ungefähr 40 Cent verkauft wird, wir sind auf einem der Kunstmärkte von dem berühmten Tropenregen überrascht und klitschnass geworden, was bei der warmen Außentemperatur aber fast unbedenklich ist.

Drei Tage Havana und ich will unbedingt noch einmal zurück, so sehr wie ich auch die anderen großen geschichtsträchtigen Orte besuchen will: Santiago de Cuba, Baracoa, Trinidad, Oriente und und und.
Kuba ist so facettenreich, so spannend und ich hoffe, irgendwann noch einmal wieder kommen zu können.

Nach Havana kam dann der zweite, ganz andere Teil des Urlaubs: Luxus und Zeit, Strand und Relaxen.
Mein erster All Inklusive Urlaub und ich habe es schätzen gelernt. Alles auszuprobieren. Auch wenn ich bereits in den ersten fünf Tagen mehr Rum (auf verschiedene Cocktails verteilt) getrunken habe wie in meinem ganzen Leben zusammen nicht.

Es gab was man sich wünschen konnte, serviert mit einer Freundlichkeit wie ich sie bisher nur in Thailand erfahren habe. Mit dem Unterschied dass die Kubaner stolz und selbstbewusst sind den Touristen gegenüber, Scherze machen und "Companeros" sind.
Das das Essen sich nach einer Woche immer mehr glich ist verständlich und nicht änderbar: Kuba ist abgeschnitten vom alles verfügbar machenden Warenverkehr, so muss alles, was zu bekommen ist, ohnehin schon an die Touristenorte geschafft werden um die anspruchsvolle Haupteinnahmequelle des Landes zu besänftigen und vielleicht zum Wiederkommen zu bewegen.

Ich fand das Essen ganz toll, und dass es nur ein begrenztes Sortiment an Obst gab, damit konnte ich gut lebe, umso mehr hab ich mich immer über etwas besonderes gefreut: Ananas oder gar Kaktusfeigen, was ich mir ja beides aufgrund des Preises zuhause nie kaufe.
Dafür war der gegrillte Fisch immer fangfrisch und das Rindfleisch unglaublich gut, hat der chouchou gesagt.

Unsere Tage bestanden aus frühstücken, am Strand liegen, Mittag essen, am Strand liegen, Cocktails trinken (am Strand liegend), Abendessen, Cocktails trinken, Abendshow angucken, schlafen. UNGEFÄHR. Und es war NICHT langweilig. Denn es ist einfach alles so schön gewesen, das Hotel, die Poolanlage, die kleinen Eidechsen die wie Dackel über die Wege flitzten, der wunderschöne Strand, das Meer, die Wolken und Stürme, die Sonne und das Leben im Urlaub auf Kuba.

Ein paar kleinere Ausflüge haben wir auch gemacht und einen großen:
Katamaran fahren mit Schnorcheln, Delfinen streicheln und anschliessendem Langustenessen auf einer einsamen Insel. Und mein Chouchou ist auf einem alten klapprigen Pferd gallopiert! Und wir haben lauter kleine Einsiedlerkrebse auf der Insel gefunden! Und und und...
GIGANTISCH.

Und weil alles zu großartig war um es mit schnöden Worten zu beschreiben, zu pittoresk und malerisch, darum verweise ich hier freundlich auf das Cuba Fotoalbum auf meiner FLICKR Seite.
http://www.flickr.com/photos/octopussysgarten
;o)

Montag, 3. September 2007

Ein Tag im Zoo



Oh, war das ein wunderwunderschöner Sonntagsausflug!
Morgens um halb zehn wurden chouchou und ich von Matthias und dem kleinen Jonas abgeholt um gemeinsam einen Tag im Zoo zu verbringen.
Geschniegelt und gestriegelt, wetterfest angezogen und mit Keksen und Getränken im Gepäck ging es los und schon die Autofahrt zur ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen war sehr lustig, ich mit dem supersüßen und angenehmen kleinen Jonas auf der Rückbank der mir bereitwillig seinen Eisbären Lars zum Spielen überliess.

Im Zoo selber war dann zum Glück nicht so richtig viel los, zumindest stelle ich mir vor, dass an durchweg sonnigen und warmen Tagen mehr Besucher durch die wunderschön und liebevoll angelegten Parkanlagen schlendern.
Der Park besteht aus zwei großen Parks, die nach dem IKEA Prinzip wunderbar in Ruhe zu erlaufen sind ohne in die Gefahr zu kommen, etwas zu verpassen.

Wir entschieden uns, mit ALASKA anzufangen und später durch AFRIKA zu gehen und waren schon nach den ersten Metern begeistert:
Die Tiere haben wunderbar weitläufige Gehege, die so geschickt und natürlich gestaltet sind, dass der Besucher sie fast ungestört beobachten kann, über Gräben hinweg und manchmal durch Glas. Der Park selbst ist eine aneinander Fügung von thematisch zueinander passenden Lebensräumen und man mäandert so über gemütliche Wege durch zwischen viel viel Grün und schön gestaltete Anlagen hindurch.
Vereinzelnd tauchen dann der Umgebung angepasste Häuser auf in denen sich die sanitären Anlagen und ein paar Möglichkeiten zur Nahrungsbeschaffung befinden. Alles sehr dezent und nicht Rummelplatz-mäßig.

Alle Stationen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen aber es war wirklich ALLES schön, die Tiere wirkten entspannt und die artgerechte Haltung beruhigte das schlechte Gewissen durch eine Art Riesengefängnis für Tiere zu flanieren.

Die Wege waren so nett und geschickt angelegt, dass man immer wieder staunte, wenn man plötzlich die Robben, die draussen entweder faul und zufrieden grinsend in der Sonne dösten oder nur ab und zu aus dem tiefen Wasser auftauchten um sogleich wieder darin zu verschwinden, auch von unten ansehen konnte, beobachten, wie sie anmutig und dann verspielt über den eigenen Kopf schwammen oder besser gesagt flutschten, den Schwimmbewegungen machten sie eigentlich nicht.

Oder die Bootsfahrt auf einem der charmanten Holzboote der Africa Queen (zum Glück mit einem Segel überspannt, denn zufälliger Weise regnete es nur dann, als wir so gut beschirmt durch die Savanne schipperten). Zuerst an der Affeninsel vorbei auf der aufgeregte Paviane herumturnen, miteinander spielen oder einen in aller Ruhe anstarren. Dann plötzlich Flamingos, ein Nilpferd das plötzlich, zumindest bis zu den Nasenlöchern, den Augen und den possierlichen Öhrchen, auftauchte und dann drei Nashörner die in ihrem betonfarbenen Hautpanzer total bizarr wirkten, wie Schlachtrösser. Vegetarische, gefährliche Schlachtrösser.

Zwischen all den großen Tieren dann immer wieder anmutige und elegante Gazellen und Antilopen, die in Herden standen oder lagen, aufgebrachte, umher rennende Strausse oder zwischen zwei jungen Giraffen bedächtig grasende Zebras.

Das alles war so schön, die lebhaften Tiere auf der einen Seite und dann so imposante Riesen die mit stoischer Ruhe frassen oder durch ihre Savannenlandschaft trotteten, dass man manchmal das Gefühl besaß, man wäre ein wenig unbeobachtet von den Tieren da man diese gar nicht zu stören schien.

Nur die Affen nahmen lebhaften Anteil an den Bewegungen und dem Gebaren der Besucher, imitierten sie oder zeigten verschiedene Stöckchen. Doch auch hier war der Großteil ehr mit sich selbst beschäftigt.

Schön war die Lemureninsel, auf der diese supersüßen Katzenähnlichen Kuschelaffen mit ihren gruselig weißen Augen frei herum hüpften und dabei die ganze Zeit Obst mampften. Oder Leute über die Schulter sprangen.

Ja, eigentlich war alles toll an dem Zoo, der den Namen Erlebniswelt wirklich verdient hat. Ein wunderschön angelegter Park, bzw. wunderbar nachempfundene Savannen und geographische Regionen.

Aber am allerschönsten war an dem Tag eigentlich, dass chouchou und ich ihn mit Matthias und dem kleinen Jonas verbracht haben, den ich SOFORT adoptieren würde.
;o)
Der Kleine har alles extra schön gemacht indem er den Spaziergang mit seinem Interesse für Steine und Baumstämme entschleunigte, immer mit seiner guten Laune ansteckte und einfach supersüß und aufmerksam für das war was um ihm herum passierte (obwohl er glaube ich auch in einem Zoo ohne Tiere also überall sehr interessiert und begeistert von seiner Umgebung gewesen wäre) und immer gerne Flugzeug spielte oder irgendwo rum kletterte.
Und dabei immer gut zuhörte, höflich war und trotzdem nicht schüchtern oder laut, zwei Sachen die mich an kleinen Kindern manchmal stören.

Als Abschluss gab es dann noch ein nettes Foto, dass im Park von einem Fotografen gemacht wurde. Der kleine Schlüsselanhänger war gratis und sehr schön gemacht, jedes Foto musste dann aber bezahlt werden, was, hätte man die ganze Mappe genommen mit einem großen Portrait dabei, mit 10 Euro ein durchaus fairer Preis für so ein nettes Foto gewesen wäre.

So, chouchou und ich hatten einen ganz famosen Tag, Dank Matthias und Jonas die uns hoffentlich auch in Zukunft auf ihre Exkursionen mitnehmen.

Donnerstag, 23. August 2007

Der WUNDERSCHÖNE Nils und Sybill Tag




Ich hatte ja schon befürchtet, dass die gruselige, so entsetzlich unechte und emotionslose Transformation von Gülcan zur verheirateten Frau Kamps mein Bild von Hochzeiten auf Dauer verschwurbelt und stark negativ getrübt hätte, ABER, dank Nils und Sybill ist dieses Sakrament nun wieder mit Glanz und Liebe in meinem Kopf gefüllt.

Nils kenne ich seit der ersten Klasse, wir saßen für ungefähr eine Stunde zusammen in der 1a der Grundschule Kuhstrasse, bis er Sebastian Schmidt die Vorderzähne (Michzähne!) ausschlug die darauf in seinen Pfefferminztee fielen.
Nils wurde in die 1b abgeschoben und wir teilten erst ab der 5. Klasse wieder die selben Lehrer. Das dann aber bis in die Oberstufe.

Sybill wurde mir natürlich von Nils vorgestellt und ich erinnere mich noch ganz genau an unsere erste Begegnung. Wir waren in der besten Pizzeria der mir bekannten Welt verabredet, der Fabrica Italiana in Langenberg, und Sybill betrat hinter Nils den Raum. Sie war wunderschön, so wie sie es heute natürlich auch ist, aber damals, als ich sie noch nicht kannte, war sie nur wunderschön: groß, die blonden Haare wunderschön geschnitten und ihre großen Augen mit den langen Wimpern, die ernst in den Raum blickten.
Oh je, hab ich gedacht, das kann ja ein lustiger Abend werden mit so einer schön anzusehenden Puppe. Die vermutlich kaum ein Wort sagen wird.
Aber dann kam die Kellnerin und Sybill bestellte mit einem Lächeln ein Malzbier. Und ich hatte sie sofort lieb, denn ein Mädchen das Malzbier bestellt wie andere Apfelschorle, das muss ein tolles Mädchen sein.
Und das ist Sybill und ich bin dem Nils soooo dankbar dass ich sie jetzt kenne und zur Freundin habe.
Denn genau wie Nils ist Sybill ein durchweg aufrichtiger, ehrlicher und offener Mensch und darüber hinaus sind beide ungemein unterhaltsam, witzig und schlagfertig. Und gute Menschen mit großen Herzen, in die sie einen reinlassen wenn man es sich verdient.

Und darum hätte ich weinen können vor Glück, als Nils mir letztes Jahr bei unserem Besuch in Bremen das rosa Kleid gezeigt hat, das bei den beiden im Schlafzimmer hing.
"Sybills Hochzeitskleid" hat er gesagt und seine Augen haben geglänzt.

Und jetzt war es so weit.
Am 17. August, einem Freitag, fuhren mein chouchou und ich nach Bremen, aufgeregt und glücklich angesichts der Aussicht auf den Tag.
Das war meine erste "richtige" Hochzeit, also mit allem drum und dran und viel Liebe und Emotionen und Kleid und Feier und Brautstrauss und und und.
Und es war eine so unglaublich schöne und perfekte Hochzeit, dass ich immer, wenn ich jetzt daran denke, unweigerlich lächeln muss.

Wir waren etwas spät dran, aufgrund all der Staus und Baustellen um Bremen herum und mussten ja vor der standesamtlichen Trauung noch im Bremer Seemannsheim einchecken und in unsere feierlichen Kleidchen schlüpfen. Und dann haben wir auch mit quietschenden Reifen auf dem Parkplatz vom Gutshof geparkt, der der Stadt Bremen als ungemein kolossales Standesamt und Hochzeitsfeier-Ort dient.
Und während ich mit meinen Absätzen rennend auf dem jahrhundertealtem Kopfsteinpflaster balancierte fühlte ich mich unweigerlich an den wunderschönen Film "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" erinnert, dieser heiteren, herzergreifenden Komödie mit britischem Charm und Hugh Grant darin.

Und dieses Gefühl verstärkte sich, als wir auf die ersten Gäste trafen, von denen ich ja, bis auf Nils Eltern, niemanden kannte. Auf die Frage ob alles schon vorbei sei, ob dies überhaupt die Hochzeit von Nils und Sybill sei, lächelten sie achselzuckend mit der Bemerkung dass sie kein Deutsch verstünden.
Dann musste es die richtige Hochzeit sein, der wer würde schon so viele Engländer, Iren und Amerikaner einladen wie Seemann Nils und Englischlehrerin Sybill?

Und dann waren sie auch da, die beiden, ganz ruhig und entspannt, herzlich wie immer und: wunderschön.
Sybills rosanes Kleid entbehrte JEGLICHER Kitschigkeit, es saß so perfekt als hätte man den edel und nicht billig aussehenden Stoff um ihren Körper herum geschneidert, dazu eine schöne schlichte Kette, ein weißer Schal und eine WUNDERSCHÖNE kleine rosa Tasche mit Pailetten in der GENAU gleichen Farbe wie das Kleid. Wenn ich jemeals eine solch wunderschöne Tasche bekommen sollte würde ich sie wie einen Schatz wohl immer bei mir tragen, in einer meiner anderen, etwas größeren all meinen Kram verbergenden Taschen drin.

Und die Krönung dazu: ihre wunderschöne neue Kurzhaar-Frisur, die großen, strahlenden Augen und: die feinen Puma Turnschuhe! Eine grandiose Idee, die ich bei ähnlicher Geleghenheit auch umsetzen würde.
Nils Anzug war das perfekt abgestimmte Gegenstück: weiß mit rosa Hemd dazu und die fast gleichen Schuhe in weiß.
Ich hab ein Foto angehängt, aber in Bewegung, an diesem wunderschönen Nachmittag vor diesem schönen Bauernhaus mit seinem englischen Garten und all den englisch sprechenden Gästen war es NOCH bezaubernder. Und farbiger, irgendwie leuchtet das rosa auf den Bildern überhaupt nicht.
Ich hätte jedenfalls weinen können weil alles so schön aussah und so schön WAR.

Und dann die Trauung! Der Standesbeamter nahm mit seinem herzlichen hanseatischen Charme jegliche Scheu angesichts des feierlichen Anlasses und vollzog die Trauung in aller Ruhe mit übersetzender Hilfe von Nils texanischem Freund Tyler zweisprachig ohne jeglichen Anflug von Langatmigkeit.
Den Abschluss bildete ein Ritual bei dem die Brautleute mitsamt den Trauzeugen Schnaps von einem Löffel runterkippen.

Damit war der offizielle Teil des Tages beendet und es gab umgehend Sekt, Orangensaft und die Gelegenheit, das frisch vermählte Paar zu beglückwünschen und mit Reis und Blumen zu bewerfen.
Der Brautstrauss wurde zu meiner großen Enttäuschung nicht geworfen aber ich glaube, meinen chouchou hat es etwas erleichtert.

Und wer bis dahin noch nicht eine Träne verloren hat, tat es dann anschliessend, als Sybills Freundin und Trauzeugin Tina drei WUNDERSCHÖNE Lieder sang, solche Lieder die eben in Filmen wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" JEDEN zum Schluchzen bringen.
Hätte die Hochzeit hier geendet, ich wäre mit Glück im Herzen nach Hause gefahren aber es ging ja weiter und wurde noch besser!!!

Im sich leider durch den Bremer Verkehr auflösenden Autokorso ging es zur Stromburg, einem feinen kleinen Lokal in Bremen, direkt am Fluss, dessen Namen mir zu meiner geographischen Schande gerade nicht einfällt....
Dort gab es dann Rot- und Weisswein und ich glaube, ich habe selten in meinem Leben so gerne Wein getrunken. Das muss an der ganzen Atmosphäre gelegen haben, denn ich habe mich auch selten so unglaublich wohl gefühlt in der Umgebung mir bis dahin gänzlich Unbekannter.
Denn diese Unbekannten behielten diesen Status nur für den Bruchteil eines Momentes, denn jeder fragte gleichen jeden über seine Tätigkeit im Leben, die Verbindung zu Nils und Sybill, seiner Ansicht zur Hochzeit und zu allerlei feinen Themen im Allgemeinen. Vermutlich war jeder so wie ich mit Glück gefüllt dass man es einfach durch nette Konversationen aus sich raussprudeln lassen musste.

Und so unterhielten wir uns prächtig, und besonders die Konversation auf englisch machte unglaublichen Spaß und das Abendessen mit Tischkärtchen begann heiter und gar nicht steif.
Mein chouchou musste sich das Tischkärtchen natürlich gleich an die Stirn pappen und unseren unmittelbaren Nachbarn mit dem bereitgelegten Einwegkameras auflauern, aber das war wohl seine Art mit so viel Wohlbehagen umzugehen. Denn es war einfach grandios, wie viel gelacht wurde, wie schön alles war, festlich und doch alles andere als konservativ oder spiessig, nichts war gestellt oder eben steif, alles war einfach schön und herzlich und gut gemeint und perfekt gemacht.

Das Essen war dann auch kolossal, auch für mich als Vegetarierin. Mein chouchou bekam die zwei großen Jakobsmuscheln der Vorspeise und ich genoss den grandiose süß-saure Linsensalat mit frischen Ciabatta.
Ach ja, vorher gab es eine scharfe, delikate Gurkensuppe, die kalt war und gar nicht fad gurkig sondern überaschend würzig schmeckte.
Und der Hauptgang bestand aus in Gemüse-Crepès eingewickeltem Lammfleisch mit Tomaten-Couscous und afrikanischen Bohnen und Frühlingszwiebeln und war unwahrscheinlich lecker. Dummerweise hat mein chouchou mit guter Absicht die Kellnerin darauf hingewiesen, dass ich kein Fleisch esse und da gab es für mich leider nicht das gleiche Gericht nur eben ohne Lamm sondern Trüffel Tortellini, die mir leider gar nicht schmeckten, was aber daran liegt, dass ich so cremige Soßen gar nicht mag. Aber mein guter chouchou gab mir einfach seinen Teller und aß die Nudeln und das Lamm und alles war gut.
Wie auch der Nachtisch superklasse war: ein Glas mit Panna-Cotta, unten Natur, darüber Erdbeer und dann eine Schicht grünes Vanille-Gelee: superschön anzusehen und ungemein lecker.

Und dazu, viel Wein und viel Lachen, jeder Gang abgeschlossen von kurzweiligen Vorträgen oder Darbietungen an das Brautpaar, das strahlte und lachte und einfach glücklich aussah.
Wie jeder glaube ich. Das perfekte Essen, die perfekte Unterhaltung, die perfekte Atmosphäre.

Nach dem Essen gab es Musik, perfekt zusammen gestellt von einem DJ und ich glaube, dass jeder getanzt hat an dem Abend, tanzen MUSSTE, einfach weil man sich so wohl gefühlt hat.
Das war ein perfekter Tag, nichts hätte besser laufen oder passieren können, der ganze Tag war einer dieser seltenen Flows für die man sonst zu angespannt oder zu nervös oder was auch immer ist.
Und wäre meinem chouchou nicht zu vorgerückter Stunde schlecht geworden (er verdächtigt eine Unverträglichkeit für vier große Jakobsmuscheln auf einmal, ich den Espresso zwischen Rotwein und Becks), ich hätte auf meinen Absatzschuhen noch bis zum Morgen getanzt und gelächelt.

Aber so war es auch gut, zusammen in der Seemannsmission und am nächsten Morgen dafür früh wach und noch voller Energie für einen Kaffee in Bremen, Schlendern über den Trödelmarkt am Fluss und einem obligatorischen Reiben am Esel der Bremer Stadtmusikanten.

Tausend Dank lieber Nils und liebe Sybill, dass ihr uns eingeladen und an eurem Tag und eurem Glück habt teilhaben lassen.
Auch wenn ich glaube, dass chouchou und ich auch im Alltag ganz viel Glück und Liebe empfinden, so ist es immer schön, wenn noch etwas zusätzlich von anderen auf einen abstrahlt und einem zeigt, wie schön das Leben ist, wenn man die Liebe sieht und lebt und das Leben liebt.

Montag, 13. August 2007

Tattoos, Trödel und die Rolling Stones

Der gestrige Sonntag war mal wieder ein PERFEKTER Sommer-Sonntag!
Nach der nicht ganz so späten Rückkehr von der wirklich zauberhaften Gartenparty am Samstag Abend schön lange geschlafen und dann beim Aufwachen über die Wiederholung von Gülcans Alptraumhochzeit amüsiert und sie für so viel schlecht gemachten Medienhype bemittleidet.
Bordsteinschwalbe für Einschaltquoten und alles auf Kosten ihrer naiven Beschränktheit. Naja, Hauptsache es glitzert und das ist ja alles was sie offensichtlich braucht.

Nach dem entspannten Aufstehen, frühstücken und Duschen sind wir dann so gegen Mittag zum Großmarkt gelatscht um über den riiiiesigen Tödelmarkt zu schlendern.

Und diesmal hab ich auch wunderbare Schätze gefunden und ersteigert: ein WIRKLICH reizendes altes Babypferd von Steiff was so neu und unbenutzt und gleichzeitig eben alt wegen seines klassischen Schnittmusters und so aussieht und ganz lieb lächelt und nun auf unserem Fernseher steht mit einem Spawn aus der Hölle (ohne Umhang, daher in all seiner grausigen Verbranntheit mit Flügeln und Fledermäusen darauf...) auf dem Rücken. Das tut dem Spawn ganz gut, so ein nettes unschuldiges Pferdchen an seiner Seite.
Eigentlich bin ich ja immer noch auf der Suche nach Regina Regenbogens Pferd Sternschnuppe aber das hab ich immer noch nicht gefunden.T

Ach, und dann eine ganz reizende Tasche von KitschKitchen, eine feine kleine bunte Sommertasche aus alten Wachstischdecken und festem Leder. GRANDIOS. Musste meinem chouchou immer wieder zeigen wie toll sie aussieht wenn sie an meiner Hand baumelt.
Ud das beste: Beides für jeweils einen Euro!

Dafür hab ich dann noch 34 lustige Taschenbücher gekauft und dafür wahnwitzige 32 Euro ausgeben. Aber für Gute Laune ist das kein zu hoher Preis und unser Bücherregal füllt sich immer mehr mit dekorativ bebilderten Buchrücken.

Und dann hab ich noch Hennes den Tätowiermann getroffen für den ich ein wenig schwärme, aber nicht wie man jetzt denkt denn in meinem Kopf und in meinem Herzen ist es immer noch und bestimmt für immer ganz wunderbar und aufregend voll mit meinem chouchou aber wenn man ihn beobachtet wie er TOTAL tätowiert mit Shorts, Chucks und hochgezogenen Socken und lässig Popcorn mampfend neben seinem (das vermute ich) kleinen, langhaarigen sohn über den Trödelmarkt spaziert und später in seinem coolen AIR FRANCE citroen Kastenwagen davon fährt dann finde ich das schon sehr cool.
Ich will auch so einen Kastenwagen fahren und ich weiß dass mein chouchou später auch mit unserem kleinen coolen Sohn Popcorn mampfend über den Trödelmarkt schlendern wird. Und dann vielleicht auch ein bisschen mehr tätowiert ist...
Und gerade bin ich sehr in Tätowierstimmung da ich das letzte mir noch unbekannte John Irving Buch gelesen hab.
Sobald wir aus Kuba zurück sind mach ich Kassensturz und guck dass ich schnell noch mehr schöne Schmetterlinge bekomme....

Nach dem Trödelmarkt sind wir nach Hause geschlurft, was fast eine Qual war da all die lustigen Taschenbücher ganz unlustig mit ihrem Gewicht die Tüten zerrissen haben und wir sie unbequem vor uns her tragen mussten. Bin ich froh gewesen dass mein chouchou mich das nicht hat allein schleppen lassen!

Da war es Zuhause dann schon vier Uhr, wir haben was getrunken und gegessen und Fernsehen geguckt (Hartz4 Familie im verregneten Urlaub in Tunesien...) und um Fünf hab ich mir die Sonne draussen angeguckt und meinen chouchou gefragt, ob wir nicht noch schnell zur Kö fahren um im Sevens Eis kaufen (das BESTE in Düsselhauf, egal was all diese retrofixierten Unbehaum-Missionare erzählen...) und ein halbes Stündchen den Fluss im Kö-Graben zu geniessen.

Also flugs in den Smart, auf der Berliner Allee geparkt und Eis gekauft (eine RIESEN Kugel für 70 cent! Da schrei mal jemand teures Düsseldorf!) und dann rumgeschlendert, die Kö links hoch.
Und da kommen wir am Interconti vorbei, dem "besten Hotel am Platze" wie mein chouchou mit seiner mich immer wieder begeisternden Wortakrobatik aufmerksam macht. Er guckt so gerne all die Autos an, die man sonst nur in tollen Magazinen oder eben auf Gülcans Hochzeit sieht.

Und da stehen ein paar Leute und wir überlegen gerade noch auf wen die warten und da kommen auf einmal drei silberne Mini-Vans und die Rolling Stones steigen aus, winken und verschwinden im Hotel.
Sowas!
ICH HAB DEN VATER VON JACK SPARROW GESEHEN!!! Ja, das klingt doof jetzt aber ich bin ein BEATLES Freund und kenn die Stones so gar nicht angemessen aber Keith Richards war ja so cool im letzten Pirates of the Carribbean Film...
Egal.
Ist das nicht geil? Da willste nur ein Eis und siehst die Rolling Stones.
Ich liebe Düsseldorf.
Und Sonntage.
Mit Trödelmarkt, Eis und meinen chouchou.

Dienstag, 24. Juli 2007

Paddeln auf der Niers



Ich glaube, perfekter kann ein Sommertag nicht sein. Die Sonne scheint und es ist warm, über uns kriechen langsam fett fluffige Schäfchenwolken über den himmelblauen HImmel, Schmetterlinge und Insekten surren einem um die Ohren und es riecht überall nach frisch gemähtem Gras und warmer Erde.
Und wir machen einen Ausflug mit der Familie.

Chouchou und ich haben am frühen Mittag meine amerikanische Cousine Brianna abgeholt und sind mit ihr an den Niederrhein gefahren, nach Weeze. Dort haben wir dann meine Eltern, meine Tante, meinen Onkel, meine Cousine und ihren Freund, meinen Cousin und die Franzosen getroffen und haben unsere Paddelboote in Empfang genommen.
DENN HEUTE WURDE GEPADDELT!
Und das war wunderbar! Nachdem chouchous Mama uns noch verabschiedet hat sind wir alle los, mit unseren bunten Booten.

Die fuhren fast von selbst auf der Niers entlang, über das flache Wasser durch das man das Wassergras sehen konnte, an bunten Libellen und Schmetterlingen vorbei und immer wieder Enten und anderen Wasservögeln die im Schatten des Ufers vor sich hin dümpelten.

Nur als mein chouchou sich in der Entensprache versuchte, schreckten sie auf und entweder versuchten sie, uns zwei anzugreifen oder aber sie hatten sich in meinen chouchou verliebt, denn sie umzingelten unser Boot und versuchten, hereinzuhüpfen. Hat aber nicht geklappt, schade.

So sind wir alle alle dahin gepaddelt, haben uns gegenseitig überholt oder Brötchen uasgetauscht, haben gequatscht und immer wieder festgestellt wie wunderbar das Leben und der Sommer ist.

Und nach zwei Stunden waren wir dann an der anlegestelle, haben alle unsere Boote abgegeben und uns Eis und Bier und Limonade gekauft.
Ein Tag wie in einem Pippi Langstrumpf Buch.
:o)

Montag, 14. Mai 2007

bang, bang, schnitten-gang!



Oh, DANKE, DANKE, Anna daß du uns nach Köln eingeladen und ein paar wirklich tolle Läden gezeigt hast!
Ich hab mich GRANDIOS amüsiert, die famosen sauren Gimlets und deinen leckeren Martini genossen und viel, viel Spaß mit euch gehabt!
Es war wirklich lustig, angefangen mit deinem anatolischen Verehrer in der Straßenbahn, über die Begegnung mit dem strahlend-betrunkenen Holger bis zur Morgen-Pizza mit den Schornsteinfeger-Football-Spielern aus Irland. Und dazwischen war auch alles FAMOS, vom Miracoli-Rapunzel-Essen, über die Unterhaltung mit deinem lustigen und supersympatischen Freund bis zu allem was anschliessend in den Straßen Kölns passiert ist und mir unglaublich KOLOSSALEN Spaß gemacht hat.
Ich hoffe, bald wieder mit euch Mädels die Nacht zu entdecken. SEHR GERNE in Köln.
Küsse und Grüße aus Düsseldorf!
:o)

Freitag, 11. Mai 2007

mein chouchou


jetzt ist mai und mit dem frühling kam auch beruflich eine neue jahreszeit für meinen chouchou. und wie eine blume fängt er gerade an zu wachsen und leuchtet und ich strahle wenn ich sehe was er macht. so viele wunderschöne bilder, die mich lächeln machen und bestimmt auch andere.
unter
www.massiveink.de
kann man das ausprobieren.

Montag, 7. Mai 2007

Brüssel und der Garten des Königs





Es war wieder so weit: Der Garten des Königs öffnete für kurze Zeit der bürgerlichen Öffentlichkeit seine schmiedeisernen Pforten und das Volk strömte in Massen.
Darunter wir: meine Eltern, mein chouchou und ich. Den Maifeiertag nutzend düsten wir zu viert nach Brüssel, im Gepäck Proviant (mein chouchou hatte wieder die berühmten Pflaumen im Speckmantel gebastelt, siehe Foto) und gute Laune.

Nach einer Odysee durch die Innenstadt der frankophilen Europa-Metropole im Pocket-Format fanden wir dann auch den Garten, den wir schon bei unserem ersten Besuch vor ein paar Jahren nur mit Mühe gefunden hatten.
Aber unzählige Autos und Fußgänger und eine laaaaange Mauer aus Stein waren deutliche Indizien dass wir am Ziel waren und so parkten wir den Wagen und reihten uns in die endlos scheinende Schlange die uns erst an den Kassenhäuschen vorbei (Eintritt 2 Euro) und dann irgendwann in Richtung Eingang führte. Ich glaube, wäre mein chouchou nicht so standfest und geduldig geblieben, ich hätte meine Eltern mit meinem von mir so beispielhaft beherrschtem Genörgel dazu überredet, das Vorhaben abzublasen und stattdessen die Innenstadt Brüssels frühzeitig aufzusuchen.
Aber nix da! Wir waren wegen dem Garten gekommen und der sollte nun meinem chouchou gezeigt werden, der das Vergnügen bisher nicht hatte. Und dieser schien auch mit der Digitalkamera bewaffnet (Bilder auf Flickr, http://www.flickr.com/photos/octopussysgarten/) ganz zufrieden zu sein.

Und endlich IN dem Garten, wurde es dann auch besser, man konnte etwas schneller gehen, auch wenn man sich streng betrachtet permanent in einer Schlange aus humanoidem Fleisch befand. Aber das ganze war für alle ein Feiertagsausflug und so war die Stimmung gut und entspannt.

Der Garten selbst mit seinen WUNDERSCHÖNEN Gewächshäusern im Jugendstil ist atemberaubend, da kann man sagen was man will und zaubert auch auf die Gesichter vom Blumenignoranten verzückte Lächeln.
Kuschelig behaartes Riesenfarn läd zum heimlichen Streicheln ein und riesige Amaryllis lassen unsere Weihnachtsblumen wie Gänseblümchen aussehen.

Nach ein paar kurzweiligen Stunden hatten wir dann unsere Runde gemacht und fuhren in die Innenstadt, die natürlich voll von Touristen (schon auf der Hinfahrt wurden wir an der Raststädte Zeuge einer japanischen Fotografeninvasion) war.
Aber egal. Wir spazierten und bestaunten die schönen alten Gebäude, genossen das französische Flair, tranken Himbeerbier und aßen später Muscheln.
Dem Maenneken Piss wurde ein obligatorischer Besuch abgestattet und nach einem Glühwein für mich und Kaffee für die anderen machten wir uns dann auf den Weg zum Parkhaus wo ich zum Glück noch ein paar Minuten in einem Buchshop für mich rausschlagen konnte um vier neu aussehende Taschenbücher für nur 13 Euro zu erstehen. Prima.

Leider verlief der Rückweg nicht ganz so reibungslos, etwa eine Stunde dauerte das Auffinden der Autobahnauffahrt und dann verfuhren wir uns nach der Abfahrt zu einer Tankstelle. Aber ich glaube, mein chouchou und ich wurden noch vor Mitternacht zu Hause in Düsseldorf abgesetzt.
Danke Mama und Papa, für den wunderschönen Tag!!!

Mittwoch, 28. März 2007

Frühjahrsoutfit für den Hermann


Ja, da scheint auch unser guter Hermann gemerkt zu haben, dass die usselige Winterzeit mit ihren gammeligen Wohlfühlklamotten vorbei und jetzt zeitgleich zum Jahreszeitenwechsel ein neues Outfit angesagt ist. Und so kriecht der gute alte Einsiedlerkrebs seit gestern in seiner neuen, sexy Tigermuschel umher, die ihm zwar noch etwas zu groß und auch deutlich schwerer zu tragen ist als das alte Gehäuse, aber wer schön sein will muss manchmal leiden.
Die Muschel, pardon, das Schneckenhaus, habe ich bereits im letzten Herbst in der Bretagne gekauft und freue mich nun, dass mein kleiner Hermann anscheinend endlich etwas mehr aus seinem Typ machen möchte und dazu auf französische Pret-à-Porter-Importe umsteigt.
Bravo, mein kleiner Eremit, ich hoffe, du hältst das durch mit dem neuen Häuschen denn es ist wohl wie das Spazieren mit Stöckelschuhen: unbequem aber apart.

Dienstag, 20. März 2007

la vie quotidienne

Kirsten hat sich beklagt, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe. Das hat mich auf der einen Seite gefreut, weil es ja zeigt dass zumindest eine Person neben meinen Eltern dieses Kritzelblog liest und zum anderen dass ich sehr beschäftigt war mit anderem. Oder bedeutet es etwa, dass nichts passiert ist über das zu berichten lohnt?
Ich hoffe mal nicht!

Nein, ich weiß, dass dem nicht so ist. Denn auch wenn mein chouchou und ich schon länger keine Reise mehr unternommen haben, so ist doch ziemlich viel passiert, oder wir haben zumindest einiges erlebt was uns bewegt und uns zum Lächeln gebracht hat. Kleinigkeiten die in ihrer Gesamtheit den Alltag so schön machen wie er nun eben ist.

Ich habe einen neuen Französisch Konversationskurs angefangen mit einer reizenden Lehrerin die so ist, wie ich mir "la chouette maitresse" vom kleinen Nick vorstelle, dessen Bücher ich mit sehr viel Schmunzeln in den letzten Wochen alle gelesen habe. Leider muss ich zugeben dass mir Abends der Enthusiasmus fehlt, mich so richtig in die Unterhaltungen einzubringen, was aber nicht ganz und gar meine Schuld ist: die anderen Kursteilnehmer sind Schnarchnasen. Und dann bin doch wieder ich in die Verantwortung zu ziehen, denn meine Grammatik ist immer noch ein Desaster. Natürlich ist sie das: ich übe ja nie. NIE. Ich lese Unmengen von Romanen auf Französisch und geniesse es immer mehr aber sobald ich den Mund aufmachen muss hab ich so einen Korken im Kopf. Ganz schön ärgerlich.

Aber ich ärger mich nicht zu sehr, ich bin zuversichtlich dass sich dieser Korken in Luft auflöst sobald ich mal in die Verlegenheit kommen sollte, sprechen zu MÜSSEN. Leider mag mein chouchou (noch nicht) mit mir nach Vietnam auswandern wo ich gerne den ganzen Tag Pfade in Illustrator um diverse Gegenstände ziehen würde und zwar für unschlagbare 3,50 Euro pro Stück! Wir würden in einer kleinen hellen Wohnung leben, mit einem gewaltigen Hund als Aufpasser und einem vietnamesischen Kindermädchen dass Finn und Mathilda Vietnamesisch und Französisch beibringen würde. Aber noch sind wir nicht so weit. Noch lange nicht.

Mein chouchou ist momentan in einer beruflichen Metamorphose, er muss erst einmal einen Kokon spinnen, sich vorbereiten und viele Bilder malen um dann mit einer Vernissage als Schmetterling frei zu sein. Ich freue mich darauf und es ist jetzt schon spannend und schön und ich war selten von etwas so überzeugt wie von seinem Talent. Nicht nur zu malen oder DTP Jobs mit grosser Professionalität zu erledigen, ich bin auch überzeugt von seinem Talent frei und selbstständig zu arbeiten und sich zu organisieren, ich könnte das wohl nicht so gut.

Ich selbst bin ja superglücklich in meinem feinen Büro mit Blick auf die vorbei fahrenden Züge und mit meinen wahrhaft großartigen Kollegen und Ben dem Hund. Ich mag es hier zu sein, das merke ich Sonntag Abends wenn ich mich schon ein bisschen auf den Montag freue. War ja lange Jahre nicht so. Nur werde ich die erste Strecke meines morgendlichen Radweges nicht mehr so gerne fahren, wenn mein chouchou sie schon bald nicht mehr mit mir teilt. Ich hoffe, ich bringe die Disziplin auf, weiterhin den Smart nur zwei oder dreimal die Woche zu nutzen...

Ich selbst habe meine Kindergeschichte über die Einsiedlerkrebse im Museum noch einmal überarbeitet und lasse sie gerade noch einmal von den zwei Menschen deren Meinung mir dazu am wichtigsten ist, Korrektur lesen. Die Illustrationen habe ich auch gemacht und sobald die letzten groben Schnitzer ausgebügelt sind, werde ich es ausdrucken, binden lassen und dann mein Glück in der großen weiten Verlagswelt versuchen.
Das würde mich unglaublich glücklich machen, wenn irgendwann mal jeder Hinz und Kunz in der Lage wäre, das Buch bei amazon zu bestellen. Noch besser wenn Hinz und Kunz es mögen würden...

Was war noch?
Mein Papa hat nach, mh, 16 Jahren? Kindertheater sein erstes Stück für Erwachsene gespielt. Und es war GRANDIOS. Ich bin immer noch ganz begeistert von meinem Papa und stolz. Er ist ein toller Schauspieler und der beste Papa der Welt und wohl auch der lustigste. Ich glaube, ein Urlaub mit meinem Papa, meinem chouchou und meinem Bruder (der ganz weit weg ist in der Schweiz und ich vermiss ihn so sehr!) würde mich umbringen. Ich würde vor Lachen ersticken.
Ich freue mich jetzt schon auf das Erscheinen der Casino Royal DVD denn dieses Jahr haben Papa und ich es nicht geschafft wie sonst immer James Bond im Kino zu sehen und so kommt er bald zu uns und es gibt Pizza für alle und Bier für die Jungs und ein oder zwei Cocktails für mich.

Apropos Cocktails. Ich bin auf den Geschmack gekommen. Auch Dank Maja und Jens und der GRANDIOSEN Geburtstagsfeier in der Trinkhalle. Es ist so ein schöner Luxus, seinen Durst allein mit Frozen Magaritas stillen zu können. Und dabei inspirationsmäßig derart gepusht zu werden, das mein chouchou und ich den ganzen Sonntag noch von dem tollen Samstag geschwärmt haben. Und am Wochenende waren wir in den Shadow Arkaden um den Schriftzug von Turquoise zu bestaunen, der bereits an den Fenster prangt und wo hoffentlich auch bald Bilder von meinem chouchou hängen werden.

Und sonst?
Paul der Hamster lebt sich immer besser ein, auch wenn er beizeiten noch Phasen hat, wo er mich grundlos ankreischt, ich muss mich nur vor seine Behausung setzen und er flippt aus. Um dann im Anschluss seelenruhig auf meiner Hand zu sitzen und sein Lieblingsgemüse Champignons zu knabbern. Sind Champignons überhaupt Gemüse? Oh, ich muss gleich bei wikipedia schauen...nee, ich glaube, Pilze sind einfach Pilze. Jedenfalls essen Paul und ich die gerne auch roh.

Mali hat ihren neuen gigantischen Kratzbaum aus dem Internet und macht uns morgens mit dem kratzen wahnsinnig. Aber noch viel öfter macht sie uns glücklich denn sie ist die allerbeste Katze die man sich wünschen kann. Und Charlie, der ein Kater ist und noch bei meinen Eltern lebt und der schon ganz ganz alt ist, bestimmt weit über 16, der ist so kuschelweich und fluffig wie eh und je und so cool mit seinem eingerissenen Ohr. Er wird immer ruhiger und am Sonntag hab ich überlegt ob er taub wird, er hat mich nicht kommen gehört als er vor dem Fenster mit dem Rücken zu mir saß. Wenn er irgendwann mal gar nicht mehr raus will und meiner Mama das mit dem Katzenklo zu viel wird, werde ich ihn zu uns holen und den ganzen Tag schlafen lassen und Abends kuscheln.

Meiner kleinen Oma geht es ausgezeichnet und es macht mir immer mehr Spaß sie in ihrer neuen kleinen Wohnung zu besuchen. Sie bringt mich und meinen chouchou immer öfter zum lachen und ich freu mich schon auf die Fenster Schmetterlinge die sie mir basteln will. Unglaublich dass sie letztes Jahr ein paar Mal kurz vor dem Tod stand. Ich hoffe, wir feiern ihre 95 Geburtstag.

Ja, und dann kommt bald der Frühling, wir misten die Wohnung aus, kaufen bald einen schönen Schreibtisch, machen den Balkon fein und freuen uns auf die Sonne.

Mittwoch, 10. Januar 2007

Der Tod des Dinkelkrebses und die Ankunft des Hamsters

Gravierende Veränderungen haben sich in unserem geheiligten Alltag ergeben: schrecklich betrübende und erwartungsvoll erfreuende.
Die traurige, mich zutiefst grämende ist der herbeigeführte Tod meines Dinkelkrebses und seine Beerdigung heute Morgen. Pietät- und formlos ging sie von statten, er landete im Mülleimer (normaler Haus- und Restmüll, dabei hätte seine Beschaffenheit aus nichts weiterem als Dinkel und Stoff ihn wohl auch für den Biomüll klassifiziert, nur war ich mir nicht mehr sicher, in wie weit der bei IKEA gekaufte Stoff wohl imprägniert worden ist...).

Ich bereue es zutiefst, er hat mir jahrelang als treuer stummer Freund und Wärmespender gedient. Und ich habe ihn erschaffen. Ich, die mit Nadel und Faden kaum etwas am Hut hat und lieber einen Tacker zum Zusammenhalten von Stoff benützt!
Ich habe den wunderschön gepunkteten Stoff (Grundfarbe Babyblau, in etwas vergleichbar mit Pantone 278 C, und bordeauxroten Punkten) ausgesucht, den Krebs (ich versuchte, Ähnlichkeit zu einem Taschenkrebs herzustellen) auf den Stoff gemalt, ihn ausgeschnitten und dann mit viel Sorgfalt und Muße und einem roten Faden, der wunderbar mit den roten Punkten korrespondierte, zusammengenäht. Kurz vor den finalen Stichen kam dann der Dinkel hinein, zwei ganze Päckchen, für viel zu viel Geld im Reformhaus gekauft (Wahnsinn, wenn man mal beim Deutschen Bauernverband recherchiert wie der Weltpreis für ein Kilo Dinkel ist...).
Am Schluss bekam der Krebs noch zwei Knöpfe als Augen, denn ohne Augen wäre er mir fremd geblieben.

Und dann begann seine Zeit in meinen Diensten:
Abends nach der Arbeit wanderte er tapfer in die Mikrowelle, meist mit einem Schälchen Wasser damit es nicht zu trocken wird in seinem Inneren und dann Minuten später auf meinen Bauch oder auf meine Schultern, je nachdem wo es wohliger Wärme am meisten bedürfte.
Nun ist er Tod.

Ich habe zu oft in jüngster Vergangenheit versäumt, das Schälchen Wasser mit in die Mikrowelle zu stellen und gestern Abend unachtsam die Küche verlassen.
Bei meiner Rückkehr was er zu spät:
Der Krebs war stellenweise schwarz (ja, der Soff!), der Dinkel knisterte wie Popcorn und er roch entsetzlich verbrannt.
Er sah traurig aus und ich war schuld. Und das Wissen, dass ich ihn nicht hätte Waschen können verursachte Zorn auf mein Versäumnis, den Dinkel separat in einem Kissen in ihn hinein genäht zu haben. Nun hat der Dinkel ihn von Innen, auch äußerlich sichtbar, verbrannt, hat ihn ruiniert und zum Tode verurteilt.
Denn mein chouchou ertrug ihn nicht mehr, "das olle, eklige und vor allem: STINKENDE Ding!!!"
Darum durfte er nur noch die gestrige Nacht auf meinem Bauch verbringen und wanderte bei Tagesanbruch in den Mülleimer.
Entschuldige, Dinkelkrebs.
Ich werde dich nicht vergessen.

Aber es gibt auch Gutes, einen Zuwachs der den Verlust des Dinkelkrebses vielleicht irgendwann auszugleichen vermag.
Ein Hamster.
Ein weißer, winziger kleiner Hamster wohnt nun bei uns, durchkriecht mit geschlossenen Augen einem Grottenolm gleich die farbigen und transparenten Plastikröhren die seine drei Käfige horizontal verbinden.
Er hat noch keinen Namen, vielleicht nenne ich ihn Albin, schliesslich sind seine Augen dunkelrot.
Eigentlich wollte ich einen schwarzen Hamster aber irgendwie hat "Albin" mein Herz erwärmt. Warum und wie er das vermocht hat weiß ich nicht mehr, denn bisher ist das Zusammenleben mit ihm reichlich spannungslos und langweilig.
Er schläft eigentlich nur. Und das zwar in einer Plastikröhre, so dass wir ihm jederzeit beim Atmen zusehen können, aber es ist eben Schlafen. Dabei bietet ihm sein liebevoll von mir eingerichtetes Habitat doch Abenteuer und Abwechslung ohne Grenzen!
Selbst die Katze schenkt ihm kaum noch einen Blick, war sie doch am Anfang die Aufgeregteste von uns allen. Nun ja, vermutlich hat der kleine Albin (vielleicht ist es auch ein Mädchen, der Nager ist noch zu klein um das zweifelsfrei zu bestimmen) so eine famose Überlebensstrategie an den Tag gelegt, die ihn auf Dauer Malis Raubtierfokus entzieht.
Schlafende Hamster beisst man nicht.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Famose Tage in Paris trotz den Crétins von MANGO-Tours


Wie schafft es eine Couchkartoffel wie ich, das sonst nicht sonderlich geliebte Jahresendfest Sylvester in etwas Erfreuliches zu verwandeln? Trés facile: man bucht bequem über das Internet eine Busreise mit einer Übernachtung und zwei Tagen im Zielort und geniesst so an einem Wochenende das Gefühl der Ferne, des Urlaubs und des Müßiggangs.
So habe ich gedacht und meinem chouchou und mir zwei Tage Paris zu Weihnachten geschenkt.

Und da ich bereits mit MANGO-Tours als Reiseveranstalter Erfahrung gemacht habe die mir nicht als allzu schlecht in Erinnerung geblieben sind, buchte ich auch diesmal dort, das Paris Paket mit einer Übernachtung in der gehobenen Hotelkategorie, inklusive Abholung in Düsseldorf für etwas über 320 Euro oder so.

Ja, es sollte um 23:15 am Freitag Abend losgehen, Ankunft so um 8 oder 9 in Paris, der ganze Samstag somit in der Stadt der alten Träume und dann eine feine Nacht mit delikatem Frühstück (bei der gehobenen Kategorie geht das Nahrungsangebot deutlich über das sonst nur den Franzosen genügende Stückchen Baguette mit Konfitüre hinaus), den ganzen Sonntag in der Stadt dazu, das Erleben des Jahreswechsels in der Metropole der Liebe und überteuerten Mieten und dann die Rückfahrt gegen 3 Uhr mit Ankunft im heimischen Düsseldorf so um 10 oder 11 Uhr.

So der Plan. An den wir, also die Mango-Tours Gäste sich hielten. Nur kam der Bus nicht. Und das Warten in der eiskalten Nacht am scheusslichen Worringer Platz, dem Busbahnhof des Düsseldorfer Hauptbahnhofs zog sich windig-kalt in die Länge. Ich möchte das Elend nicht in voller Länge schildern, aber das über dreistündige Warten, ohne Versuche seitens dieser Mango-Deppen, uns zu informieren war sehr ärgerlich und ungemütlich. Wäre es nicht um so viel bereits gezahltes Geld gegangen, wäre ich schon nach einer Stunde mit meinem chouchou zurück in den treu wartenden Smart gestiegen und hätte Sylvester auch gerne mit ein paar guten Filmen, den Resten von Kirstens Lakritzwodka und dem Tischgrill gefeiert. Oder bei Kirsten. Wären wir einfach bei ihr aufgetaucht, das wäre auf JEDEN FALL lustig UND warm gewesen.

Aber wir haben gewartet. Und saßen dann irgendwann doch im Bus. Ohne Getränkeservice, mit defekter Toilette und einem sehr nervigen Reiseleiter der immer wieder beteuerte, dass unsere Laune schon bald besser werden würde, schliesslich seien wir bald in Paris, und das wäre ja jeden Ärger wert. Tolle Wurst, echt, hab ich gedacht. Hätte mich das Warten nicht so ermüdet, hätte ich...hätte ich...ach, nichts vermutlich. Was denn auch. Aber gewollt hätte ich.

Naja, der Stop in Köln wurde ausgelassen und die zwei Unglücksraben die dort gewartet haben mussten den Zug nach Düsseldorf nehmen und dort die restliche Zeit in der Dönerbude verbringen, der ich nicht genug danken kann, für die Bereitschaft, uns allen und unseren Koffern Obdach zu bieten und nett zu sein. Also, sollte man mal am Hauptbahnhof Hunger auf türkisches verspüren, nicht nur auf Döner, auch auf andere orientalische Speisen, so kann ich dieses schlichte aber überzeugende Restaurant gegenüber vom Wartehäuschen am Worringer Platz nur empfehlen.

Die Frühstückspause an der schrecklichen und deprimierenden Raststelle zwischen Belgien und Frankreich wurde auf eine halbe Stunde reduziert (super wenn ca. 56 Frauen und Mädchen eine der vier vorhandenen Toiletten besuchen wollen) und der Bus erreichte pünktlich das schlafende und von Menschen noch kaum belebte Paris. Das freute unseren Reiseleiter, der die Gelegenheit ausgiebig nutze, um zu betonen was für ein toller Kerl er doch sei, dass er doch tatsächlich das Meisterstück vollbracht hatte, uns nach einer so großen Verzögerung doch noch pünktlich nach Paris zu bringen. Super. So konnte er uns pünktlich 13 Euro pro Person für seine Stadtrundfahrt abknöpfen, ein freundlicher und geschickter Zwang, denn die Alternative wäre gewesen, am Montmartre auszusteigen, und im Regen schnell den Weg zum entfernt gelegenen Abholort zu finden und eineinhalb Stunden auszuharren bis man dann endlich ins Hotel gebracht wurde.
Ich habe wirklich alles versucht um als Entschädigung für diesen verhunzten Reisebeginn die Erlassung der Stadtrundfahrtkosten heraus zu handeln, aber der Reiseleiter erklärte glaubhaft, dass er gar nichts zu entscheiden hätte und nur ein armes kleines Licht wäre.
Nun ja, schreib ich halt dem Geschäftsführer eine Mail. Jeden Morgen. Mist.

Die Stadtrundfahrt an sich war wie vom Reiseleiter zu erwarten: äusserst schlicht und schlicht weg kacke. Oberflächliche Informationen, vermutlich aus diversen Internet-Seiten oder Schülerreferaten zusammengeflickt.

Nach einer Stunde in etwa wurden wir dann in die Freiheit entlassen, da ich nicht die leiseste Absicht pflegte, an weiteren Programmpunkten teilzunehmen und mein chouchou und ich nun zwei Tage für uns hatten.

Das Hotel war super, vielleicht nicht so hübsch gelegen, aber doch sehr ordentlich, mit einem großen Zimmer, in dem sowohl das schöne Bad als auch das separate WC mit Parkett gepflastert waren und eine Couch vor dem Fernseher das Gefühl von Heimeligkeit vermittelte.

Aber nach einem Kontrollzappen durch die Fernsehkanäle (super, ausgerechnet Sat 1 als einziger deutschsprachiger Sender, elendig) sind wir dann auch wieder los, frischen Mutes, mit dem Stadtplan unter dem Arm, den Kameras in den Taschen (BILDER AUF FLICKR!!!) und Lust auf Café au lait.

chouchou und ich sind dann mit der Metro zur Station Blanche gefahren (ich erinnere mich so genau weil wir insgesamt nur dreimal mit der Metro gefahren und sonst den Rest immer gelaufen sind, das sind wir ja gewöhnt, mein chouchou und ich), am Fuß des Butte Montmartre, dem höchsten Berg von Paris, auf dem die wunderschöne alte Sacrè-Coeur ihren Platz hat.

Wir sind dann die Rue Lepic hinauf gegangen auf der sich das Café Deux Moulins befindet, in dem im Film die fabelhafte Amelié gekellnert ich. Ich war bereits einmal dort und wollte es meinem chouchou zeige. Und so haben wir dort Kaffee und Tee getrunken und ich bin auf die fiese Toilette gegangen wo zumindest die Tür der aus dem Film entsprach.

Witziger Weise sind wir durch Zufall anschliessend vor dem Gemüsehändler aus dem Film gelandet nachdem wir unsere Köpfchen zermartert haben, wie er denn wohl heisst, denn er reimte sich ja auf "Champignon". Es war natürlich COLIGNON und ich habe einen kanadischen Apfel dort gekauft, allerdings nicht bei einem Franzosen sondern bei einem Araber, denen vermutlich inzwischen alle Epicèrien in Paris gehören. Was meiner Überlegung nach damit zusammen hängen könnte, dass die Franzosen vielleicht eine ähnliche Arbeitsauffassung haben wie wir Deutschen und nur die Araber und Orientalen es schaffen, ihren Laden mithilfe der ganzen Familie 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr offen zu halten. Vielleicht sollte ich dazu mal eine Nachforschung im Auftrag meiner neuen Firma 24+7 (www.twentyfour-7.de) anstellen, ich denke, wir müssen uns zwingend zusammenreissen und Nachwuchs heran züchten der nur mit Nahrung und unserer Liebe versorgt die Stellung vor den Telefonen hält wenn wir mal schlafen müssen. Oder spazieren. Oder LEBEN.
Argh: ich schweife ab, aber das ist weil es halb sechs ist und ich mich auf den Feierabend freue, auf das Zuhause von meinem chouchou und mir und die Katze und und und.. zurück zu Paris:

Nach dem Besuch bei Colignon sind wie einfach weiter durch Paris spaziert, weiter und weiter, bis wir im Viertel vom Forum Les Halles waren, Beaubourg heisst das glaub ich. Und da hatte ich plötzlich ganz enorm Lust, einen Cocktail zu trinken, aber Sparfuchs wie ich bin, natürlich nur, sollte sich irgendwo eine Happy Hour abspielen. Und kaum war es gedacht, standen wir auch schon vor einem edlem Designlokal dass sich als thailändisch anpries, was aber nur das Essen, nicht aber die Deko betraf.
Ja, wir bestellten Cocktails für 5 Euro und ich glaube, nie wurde ein ekligeres Gesöff unter diesem Namen angeboten. Da stimmte nichts. Es war bitter und fad zugleich, nur der Alkohol war identifizierbar und selbst die Farben waren traurig. Naja, angeschwipst wurde man und es gab thailändischen Knabberspaß dazu.

In wolkiger Stimmung sind wir dann anschliessend in das gegenüberliegende Forum les Halles eingetreten, einem riiiiesigen Einkaufstempel UNTER Paris,mit mehren Etagen und unübersichtlichem Gedränge. Und dort unten befindet sich einer der für mich reizvollste Laden in Paris: ein gigantisches FNAC! FNAC sind Medenläden die man auch in Belgien findet: Bücher, Filme, Musik und alles mit super Service, sehr sehr nett, sehr sehr koompetent und sehr preiswert. Und dort habe ich in windeseile (mir kam es so vor, für meinen chouchou war es über eine Stunde) 7 fabelhafte Taschenbücher gefunden, von dem ich eines ganz besonders empfehlen kann, ein wirklich GRANDIOSES Buch, ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen, der Titel auf Deutsch heisst: "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone", von Mark Haddon. GRANDIOS, aber das hab ich glaub ich schon erwähnt.

Nach dem FNAC sind wir noch weiter durch die Straßen geschlendert, haben Fotos von all den feinen Lichtern gemacht und haben irgendwann eine wunderbare Pizzeria gefunden mit einer tadellosen vegetarischen Pizza: mit gebratenen Auberginen Zucchini, Paprika und Spinat drauf. Dann noch die Pizza von meinen chouchou, eine große Flasche Evian und das alles für 22 Euro. Es geht also auch in Paris.

Wir haben dann noch einen Abstecher zum Bahnhof St Lazare gemacht weil ich den noch nie von Innen gesehen hab, haben in einem Supermarkt rosa Limo und Äpfel gekauft und sind irgendwann um halb Neun am Hotel angekommen, was sich früh anhört und langweilig für Leute die in Paris nicht schlafen sondern nur feiern, feiern, feiern würden, aber nichts ist so schön, als möglichst viel von einem gemütlichen Bett und wohliger Wärme ohne langsam drückenden Schuhen an den Füßen zu haben.

Darüber hinaus war es unerlässlich, am nächsten Morgen zeitig aufzustehen, nämlich um 7 Uhr, weil wir ja noch frühstücken wollten und der Bus vorhatte, uns PÜNKTLICH (es klingt ja immer noch wie Hohn wenn ich daran denke!) um 9 Uhr abzuholen, bzw. unser Gepäck einzuladen und mit den gewillten Gästen mit überzähligem Kleingeld nach Versailles aufzubrechen.
Das Frühstück war dann auch nicht sehr französisch sondern reichhaltig und abwechslungsreich und der Kaffee zum Glück nicht so bitter.

Wir sind dann erst einmal gewandert, durch die Strassen von Paris, die am Morgen noch etwas schmutzig sind, bevor die Stadtwerke die Hydranten öffnen um so den Müll über die Rinnsteine irgendwohin abspülen zu lassen.
Wir sind zum Louvre gefahren und haben uns im Garten der Tuillerien ein wenig getummelt und ich hab meinem chouchou die Sprachschule auf der teuren und edlen Rue Saint Honoré gezeigt in der ich mal zwei Wochen vernracht habe (dabei hab ich mehr Geld ausgegeben als wie für drei gradiose Rundreisewochen mit allem drin in Thailand..), die aber leider geschlossen war.
Aber so sind wir über den glitzernden Place Vendôme geschlendert, durch dekadente Gassen dem etwas gediegeneren Viertel von Beaubourg entgegen. Dort ist mein chouchou mir zuliebe mit zu Starbucks gegangen und hat nicht gejammert und das fand ich schön denn ich weiß nicht ob ich es bereits erwähnt habe, aber ich habe Starbuchs sehr sehr gerne. Weil dort alle freundlich sind, man stundenlang auch ohne was zu bestellen sitzen kann, in extremst bequemen Sesseln, weil der Tee und der Kaffee in anderen Cafés inzwischen genauso teuer (man gibt ja auch Trinkgeld!) aber teilweise NOCH besser ist. Zum Dank bekam chouchou einen großen Muffin mit serotinerzeugenden Schokostückchen drin.

Ja, und dann sind wir über den Platz nebenan geschlendert, direkt auf das imposante und umstrittene Centre George Pompidou zu, dem Museum für moderne Kunst.
Dort haben wir uns die Hergé Ausstellung angesehen, dem Zeichner von Tim und Struppi. Ganz toll. Auch, weil man mich mit meinen inzwischen 27 Jahren für unter 18 geschätzt hat und so nur 8 Euro für den Eintritt wollte und nicht 10 wie bei meinem chouchou. 2 Euro über die ich mich nicht so dolle freuen konnte.

Die Ausstellung war jedenfalls ganz toll und auch das Museum finde ich aufregend, auch wenn mich moderne Kunst nicht so interessiert. Ich mag VanGogh, Gauguin, Monet, ein paar Impressionisten, Picasso und ein paar schwedische und deutsche Maler sehr gerne, aber die sind alle im Muséé Orsay.
Aber wir hatten Glück und im Erdgeschoss was noch eine gute Ausstelung über Comics, und das ist ja das tolle an Frankreich und auch an Belgien und vermutlich auch fast überall nur nicht im korkigen Deutschland, dass Comics, hier "Bandes Dessinéés", als Kunst aufgefasst werden, zurecht wenn man sich den Großteil einmal ansieht.

Langasam merkten wir auch wieder unsere Füße und so war es keine sooo gute Idee, meinem chouchou das Viertel von Belleville zu zeigen, wo die meisten Einwohner Chinesen, Koreaner, Thailänder oder dann etwas weiter unten die Strasse, Araber sind.
Es war zwar wie immer interessant, aber wir wollten sitzen und so landeten wir in einem bizarren kleinen Café, in dem wohl ganzjährig für alle jemals auftretenden Feste dekoriert: in Spinnweben war sowohl Lametta als auch Stroh (Erntedank??) eingewebt, darin Fledermäuse und Nikoläuse und ich bin mir sicher, auch irgendwo einen Osterhasen gesehen zu haben.

Wir sind dann erst mal Richtung Marais zurück, unser Endziel für Sylvester war ja Sacre-Coeur, und haben den Fehler begangen, noch einmal einen Cocktail zu trinken. Jeweils 7,50 Euro für ungeniessbare Getränke ohne viel Alkohol. Und darüber hinaus gha es nur ein einziges Klo und das hatte keine Klobrille und der Wasserhan funktionierte nicht und ich hab mich sehr darüber audgeregt weil ein ziemlich yuppiemäßiges Restaurant war. Also keine Cocktails mehr in Paris, nee, erst mal nicht.

Wir haben dann in einem Supermarkt für 2,40 Euro eine große Flasche Sekt gekauft und für 3,15 Euro 1,5 Liter Cidre in einer wiederverschliessbaren Plastikflasche. Stilvoll, ich weiß. Aber um das ganze etwas aufzupimpen hab ich ganz nett bei Starbucks (Ja, klar, wo sonst?) gefragt und zwei große Weihnachtsbecher mit Deckel bekommen. Da kam dann immer wieder Cidre rein, den wir beim Gehen geschlürft haben, bis die Flasche leer waren und wir noch müder. Wir saßen dann kurz vor einem Café auf einer Bank, denn Parkbänke könnte Paris ruhig noch ein paar mehr vertragen. Aber vielleicht ist das ja so mit den Barbesitzern und ihren exklusiven Aussenplätzen ausgefuchst worden.

Und dann habe ich den Fehler begangen, mich nicht für ein Restaurant entscheiden zu können, und so sind wir immer höher den Montmarte hoch und plötzlich waren da nur noch überteuerte Touristenfallen oder wirklich edle Gourmetetablissements für die wir unser Budget nicht ausreizen wollten. Also habe ich gedacht dass es auf der anderen Seite des Berges bestimmt etwas besser aussähe, aber da fing es an zu regnet und wir waren auf einmal beide cranky. Und so landeten wir in einem kleinen einfachen französischen Restaurant, was wirklich nett war und wo wir uns aufwärmten und trockneten und zu Abend aßen.

Und dann war es zehn und um die Zeit zu überbrücken tranken wir Pastis in einer Bar und ich mag Pastis, aber die Franzosen trinken ihn immer so stark aber trotzdem war es ganz toll denn hinter uns liefen im Fernseher alte Musikvideos aus den 80ern und das war lustig.

Irgendwann war es dann (endlich) kurz vor 12 und vor der Kirche auf dem Berg war es so voll und die Stimmung war so gut aber ich hatte nur Augen für den Ausblick über die riesige Stadt (eigentlich ist Paris winzig. Aber es ist so dicht besiedelt und bevölkert dass man schon ein enormes Zentrum hat. Die Stadtautobahn und so sind von der Fläche dem Berliner S-Bahn-Netz unterlegen aber es wird von so vielen Menschen frequentiert wie durch Peking wieseln!).
Und irgendwie hab ich ein imposantes Feuerwerks-Panorama erwartet und wurde zumindest davon bitter enttäuscht. Aber eigentlich ist es vielleicht auch nicht so schlimm, Wenn die halbe Bevölkerung ihr Geld nicht für so etwas flüchtiges ausgibt. Und einem nicht ständig fehlgeleitete Böller verfolgen und Zisselmänner im Haar hängen bleiben. Und Paris ist morgens schon schmutzig genug und ich hasse diese Feuerwerkspapier Reste in der Woche nach Neujahr, die sich in ihrem aufgeweichtem Zustand nicht mehr von Hundehaufen unterscheiden lassen und mich somit zu waghalsigen Lenkmanövern mit meinem Fahrrad zwingen.

Mein chouchou und ich haben angestossen und uns geküsst und ich habe etwas ganz ganz tolles und mir sehr sehr viel bedeutendes von ihm geschenkt bekommen, aber ich führ das jetzt nicht weiter aus weil ich gar nicht weiß ob er das lesen oder gelesen haben mag...
Ich fand es jedenfalls GRANDIOS und ich war so glücksbetrunken und hab darum auch unsere letzte Stunde in einem äusserlich harmlosen Café genossen, denn drinnen steppte der Bär und ausgelassene Franzosen mittleren Alters tanzen und schnippten mit den Fingern und alles war so schön und ich fand sogar das Warten in der Schlange vor der Mädchentoilette charmant.

Und auch das chaotische Abholungsmanöver von MANGO Tours dass ein paar Stunden mehr als angekündigt in Anspruch nahm, nahm mir nicht mein Glück, und auch das Unvermögen auf der Rückfahrt zu Schlafen.
Ich hab mich auch einfach wieder SO sehr auf unser Nest gefreut, unser Bett, die Katze und denn glitzernden Alltag im neuen Jahr.

chouchou, ich liebe dich und ich freu mich auf noch ganz viele Sylvester!
und das Bild oben das du von mir gemalt hast ist wunderschön.


NACHTRAG:
Oha. Chapeau. Wär hätte das gedacht? Gestern, am 18. Januar 2007, lag ein feiner kleiner Brief in unserem Postfach.
Von MANGO-Tours.
Ihr seit keine Cretins und ich entschuldige mich dafür. Und ich bedanke mich für den netten Brief in dem auf jede meiner Beschwerden detailliert eingegangen wurde. Und dem nicht nur ein Verrechnungs-Scheck über 26 Euro (das von mir geforderte Geld für die Stadtrundfahrt) beilag, sondern zusätzlich noch zwei 10 Euro Gutscheine für meinen chouchou und mich.
Und ich werde diese einlösen (London, chouchou?), und nicht nur weil ich grundsätzlich kaum einem Gutschein widerstehen kann. Sondern weil ich MANGO Tours noch mindestens zweimal eine Chance geben möchte.
:o)