Montag, 7. Mai 2007

Brüssel und der Garten des Königs





Es war wieder so weit: Der Garten des Königs öffnete für kurze Zeit der bürgerlichen Öffentlichkeit seine schmiedeisernen Pforten und das Volk strömte in Massen.
Darunter wir: meine Eltern, mein chouchou und ich. Den Maifeiertag nutzend düsten wir zu viert nach Brüssel, im Gepäck Proviant (mein chouchou hatte wieder die berühmten Pflaumen im Speckmantel gebastelt, siehe Foto) und gute Laune.

Nach einer Odysee durch die Innenstadt der frankophilen Europa-Metropole im Pocket-Format fanden wir dann auch den Garten, den wir schon bei unserem ersten Besuch vor ein paar Jahren nur mit Mühe gefunden hatten.
Aber unzählige Autos und Fußgänger und eine laaaaange Mauer aus Stein waren deutliche Indizien dass wir am Ziel waren und so parkten wir den Wagen und reihten uns in die endlos scheinende Schlange die uns erst an den Kassenhäuschen vorbei (Eintritt 2 Euro) und dann irgendwann in Richtung Eingang führte. Ich glaube, wäre mein chouchou nicht so standfest und geduldig geblieben, ich hätte meine Eltern mit meinem von mir so beispielhaft beherrschtem Genörgel dazu überredet, das Vorhaben abzublasen und stattdessen die Innenstadt Brüssels frühzeitig aufzusuchen.
Aber nix da! Wir waren wegen dem Garten gekommen und der sollte nun meinem chouchou gezeigt werden, der das Vergnügen bisher nicht hatte. Und dieser schien auch mit der Digitalkamera bewaffnet (Bilder auf Flickr, http://www.flickr.com/photos/octopussysgarten/) ganz zufrieden zu sein.

Und endlich IN dem Garten, wurde es dann auch besser, man konnte etwas schneller gehen, auch wenn man sich streng betrachtet permanent in einer Schlange aus humanoidem Fleisch befand. Aber das ganze war für alle ein Feiertagsausflug und so war die Stimmung gut und entspannt.

Der Garten selbst mit seinen WUNDERSCHÖNEN Gewächshäusern im Jugendstil ist atemberaubend, da kann man sagen was man will und zaubert auch auf die Gesichter vom Blumenignoranten verzückte Lächeln.
Kuschelig behaartes Riesenfarn läd zum heimlichen Streicheln ein und riesige Amaryllis lassen unsere Weihnachtsblumen wie Gänseblümchen aussehen.

Nach ein paar kurzweiligen Stunden hatten wir dann unsere Runde gemacht und fuhren in die Innenstadt, die natürlich voll von Touristen (schon auf der Hinfahrt wurden wir an der Raststädte Zeuge einer japanischen Fotografeninvasion) war.
Aber egal. Wir spazierten und bestaunten die schönen alten Gebäude, genossen das französische Flair, tranken Himbeerbier und aßen später Muscheln.
Dem Maenneken Piss wurde ein obligatorischer Besuch abgestattet und nach einem Glühwein für mich und Kaffee für die anderen machten wir uns dann auf den Weg zum Parkhaus wo ich zum Glück noch ein paar Minuten in einem Buchshop für mich rausschlagen konnte um vier neu aussehende Taschenbücher für nur 13 Euro zu erstehen. Prima.

Leider verlief der Rückweg nicht ganz so reibungslos, etwa eine Stunde dauerte das Auffinden der Autobahnauffahrt und dann verfuhren wir uns nach der Abfahrt zu einer Tankstelle. Aber ich glaube, mein chouchou und ich wurden noch vor Mitternacht zu Hause in Düsseldorf abgesetzt.
Danke Mama und Papa, für den wunderschönen Tag!!!